Neurodermitis bei Jugendlichen I Zwischen Schule, Pubertät und Hautproblemen
Neurodermitis gehört zu den häufigsten chronischen Hauterkrankungen bei Kindern und Jugendlichen. Bei vielen Betroffenen beginnt die Erkrankung bereits im frühen Kindesalter – doch auch in der Pubertät und im jungen Erwachsenenalter bleibt die Neurodermitis häufig ein Thema. Manche Jugendliche haben weiterhin Beschwerden, bei anderen treten die Symptome nach einer längeren beschwerdefreien Zeit erneut auf.
Gerade im Jugendalter kann Neurodermitis für viele Jugendliche und Teenager besonders belastend sein. Sichtbare Hautveränderungen, starker Juckreiz und Schlafprobleme wirken sich oft nicht nur körperlich, sondern auch emotional aus. Schule, Freizeit, Freundschaften und das Selbstbewusstsein können darunter leiden.
Dieser Ratgeber erklärt, was hinter Neurodermitis steckt, warum Jugendliche betroffen sind und wie sich die Erkrankung im Alltag besser bewältigen lässt.
Mit einem Klick direkt zum Thema:
- Pubertät und Hautveränderungen
- Selbstbewusstsein und Körperbild
- Schule, Freizeit und Beziehungen
- Mobbing und soziale Belastungen
- Diagnose und Behandlung
- Hautpflege im Alltag
- Ernährung und Lebensstil
- Psychische Gesundheit und Unterstützung
- Umgang mit Neurodermitis im sozialen Umfeld
- Praktische Alltagstipps
- Häufige Fragen
Neurodermitis bei Jugendlichen: Verlauf und Veränderungen
Im Jugendalter verändert sich der Körper stark – und damit oft auch der Verlauf der Neurodermitis. Bei vielen Betroffenen ist die Erkrankung aus der Kindheit bekannt und kann in der Pubertät erneut aufflammen oder sich in ihrer Ausprägung verändern. Hormonelle Umstellungen, zunehmender Stress in Schule oder Ausbildung sowie neue soziale Herausforderungen spielen dabei häufig eine Rolle.
Typischer Verlauf der Erkrankung
Neurodermitis verläuft meist schubweise. Das bedeutet, dass sich Phasen mit starken Beschwerden und Zeiten mit deutlich weniger Symptomen abwechseln. Meist beginnt die Erkrankung bereits im Baby- oder Kleinkindalter. Typisch für den Verlauf sind:
- Trockene und empfindliche Haut selbst in Ruhephasen
- Wiederkehrende Hautentzündungen
- Unterschiedlich starke Beschwerden je nach Lebensphase
- Einfluss von Stress, Klima oder Infekten
Bei vielen Betroffenen bessern sich die Symptome im Laufe des Lebens. Dennoch verschwindet Neurodermitis nicht immer vollständig.
Warum Neurodermitis auch Jugendliche betrifft
Viele Menschen denken, Neurodermitis sei ausschließlich eine Kinderkrankheit. Tatsächlich haben jedoch zahlreiche Jugendliche weiterhin Beschwerden.
Neben dem Andauern der Symptome kann es auch vorkommen, dass nach einer Ruhephase in der Pubertät erneut Krankheitsschübe auftreten. Dafür gibt es verschiedene Gründe:
- Hormonelle Veränderungen während der Pubertät
- Zunehmender Stress in Schule oder Ausbildung
- Emotionale Belastungen und Schlafmangel
- Veränderte Hautpflege oder Kosmetikprodukte
- Stärkere Schweißbildung und sportliche Aktivitäten
Die Haut reagiert in dieser Lebensphase oft empfindlicher auf äußere und innere Belastungen.
Neurodermitis erstmals in der Jugend
Bei 60% der Betroffenen tritt die Neurodermitis bereits im ersten Lebensjahr auf, bei 70 bis 85% in den ersten fünf Lebensjahren. [2] Ein späterer Krankheitsbeginn ist zwar selten, aber möglich. Manche Jugendliche entwickeln Neurodermitis erst während der Pubertät oder im jungen Erwachsenenalter.
Wie sich Neurodermitis im Jugendalter verändern kann
Die Symptome unterscheiden sich im Jugendalter teilweise von denen bei Säuglingen oder kleinen Kindern – vor allem, was die betroffenen Körperregionen angeht. Besonders häufig betroffen sind:
- Gesicht und Hals
- Hände
- Armbeugen und Kniekehlen
- Oberkörper
Im Jugendalter stehen neben den körperlichen Beschwerden oft auch psychische Belastungen stärker im Vordergrund. Sichtbare Hautveränderungen können das Selbstbewusstsein beeinträchtigen und zu Unsicherheit führen. Viele Jugendliche und Teenager berichten über:
- Schamgefühle wegen der Haut
- Angst vor Blicken oder Kommentaren
- Konzentrationsprobleme durch Juckreiz
- Schlafprobleme und Müdigkeit
- Einschränkungen im Alltag
Neurodermitis: Was ist das überhaupt?
Neurodermitis – medizinisch auch atopische Dermatitis genannt – ist eine chronisch-entzündliche Hauterkrankung. Charakteristisch für die Krankheit ist eine gestörte Hautbarriere. Dadurch verliert die Haut mehr Feuchtigkeit und kann sich schlechter gegen Reizstoffe, Keime und Allergene schützen.
Zusätzlich reagiert das Immunsystem vieler Betroffener besonders empfindlich. Deshalb tritt Neurodermitis häufig gemeinsam mit anderen atopischen Erkrankungen auf, zum Beispiel:
- Heuschnupfen
- Asthma bronchiale
- Allergien
Typische Symptome
Die Beschwerden können unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Besonders belastend ist für viele Jugendliche Patienten der starke Juckreiz. Häufige Symptome sind:
- Trockene und schuppige Haut
- Gerötete oder entzündete Stellen
- Starker Juckreiz
- Nässende oder aufgekratzte Ekzeme
- Verdickte Haut bei längerem Verlauf
- Schlafstörungen
Das Kratzen verschlimmert die Entzündung oft zusätzlich. Dadurch entsteht ein sogenannter „Juck-Kratz-Kreislauf“.
Häufig betroffene Körperstellen bei Jugendlichen
Im Jugendalter verändert sich häufig die Verteilung der Hautveränderungen. Während bei Babys und Kleinkindern oft Wangen, Kopfhaut, die Außenseiten von Armen und Beinen und seltener auch Rücken, Bauch oder Brust betroffen sind, verlagern sich die Ekzeme mit zunehmendem Alter häufig in die Armbeugen, Kniekehlen und den Nacken. Typische betroffene Bereiche sind:
- Hals und Nacken
- Gesicht, besonders Augenlider
- Armbeugen und Kniekehlen
- Hände und Finger
- Schultern und oberer Rücken
Ursachen und Auslöser
Besonderheiten im Jugendalter
Pubertät und Hautveränderungen
Während der Pubertät verändert sich der Körper stark. Besonders die hormonellen Umstellungen beeinflussen die Haut und können sich auch auf den Verlauf der Neurodermitis auswirken. Viele Jugendliche erleben in dieser Zeit neue oder stärkere Krankheitsschübe.
Hormone beeinflussen unter anderem die Talgproduktion, den Feuchtigkeitshaushalt und die Empfindlichkeit der Haut. Gleichzeitig verändert sich das Immunsystem. Dadurch kann die Hautbarriere instabiler werden und empfindlicher auf Reizstoffe, Schweiß, Stress oder Hautkeime reagieren. Bei manchen Jugendlichen wird die Haut trockener und gereizter, bei anderen treten stärkere Entzündungen oder Juckreiz auf.
Zusätzlich produzieren viele Jugendliche während der Pubertät mehr Schweiß und Hautfett. Häufiges Schwitzen – etwa beim Sport oder in Stresssituationen – kann die Haut weiter reizen und Juckreiz verstärken. Auch Wärme und Reibung durch Kleidung werden in dieser Lebensphase oft schlechter vertragen.
Gleichzeitig treten bei vielen Teenagern weitere Hautprobleme auf, insbesondere unreine Haut oder Akne. Dadurch wird die Hautpflege oft komplizierter, denn die Bedürfnisse der Haut können sich widersprechen:
- Neurodermitis-Haut benötigt meist reichhaltige, beruhigende und feuchtigkeitsspendende Pflege.
- Akne-Haut reagiert dagegen häufig empfindlich auf fettige oder stark okklusive Produkte.
Manche Cremes, die bei trockener Neurodermitis helfen, können unreine Haut verstärken oder als „zu schwer“ empfunden werden. Umgekehrt können austrocknende Anti-Pickel-Produkte die Hautbarriere zusätzlich schädigen und Neurodermitis verschlimmern.
SIRIDERMA Neurodermitis Hautpflege
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Selbstbewusstsein und Körperbild
Das äußere Erscheinungsbild spielt besonders im Jugendalter eine große Rolle. Viele Jugendliche vergleichen sich jetzt stärker mit anderen als früher, möchten dazugehören und wünschen sich, „normal“ auszusehen. Sichtbare Hautveränderungen durch Neurodermitis können deshalb nicht nur körperlich, sondern auch emotional sehr belastend sein.
Rötungen, aufgekratzte Stellen oder schuppige Haut, besonders im Gesicht, am Hals oder an den Händen – also an Körperstellen, die kaum verborgen werden können – fallen auf. Manche Jugendliche fühlen sich dadurch ständig beobachtet oder haben Angst vor Kommentaren und neugierigen Fragen. Andere ziehen sich zurück, vermeiden bestimmte Kleidung oder fühlen sich bei Freizeitaktivitäten unsicher.
Viele Teenager berichten zum Beispiel über:
- Schamgefühle wegen sichtbarer Hautstellen
- Unsicherheit beim Kennenlernen neuer Menschen
- Angst vor negativen Reaktionen oder Ablehnung
- das Gefühl, „anders“ auszusehen
- Schwierigkeiten, sich attraktiv oder wohl im eigenen Körper zu fühlen
- Frust über wiederkehrende Krankheitsschübe trotz Pflege und Behandlung
Besonders belastend kann sein, dass Neurodermitis oft unvorhersehbar verläuft. Die Haut kann sich über längere Zeit beruhigen und sich plötzlich wieder verschlechtern. Das kann zu Frustration, Hilflosigkeit oder dem Gefühl führen, die eigene Haut nicht kontrollieren zu können.
Hinzu kommt, dass soziale Medien häufig unrealistische Schönheitsideale vermitteln. Glatte, makellose Haut wirkt dort oft selbstverständlich, obwohl Bilder stark bearbeitet oder gefiltert sind. Jugendliche mit Neurodermitis vergleichen sich dadurch noch stärker mit anderen und nehmen die eigenen Hautprobleme als besonders auffällig wahr.
Auch alltägliche Situationen können emotional belastend sein, zum Beispiel:
- Umziehen beim Sport oder Schwimmen
- Körperliche Nähe in Freundschaften oder Beziehungen
- Fotos und soziale Medien
- Übernachtungen oder Klassenfahrten
- Fragen oder Kommentare anderer Menschen
Manche Jugendliche entwickeln aus Angst vor Blicken oder Bewertungen ein geringeres Selbstwertgefühl oder ziehen sich sozial zurück. Wichtig ist deshalb, die psychische Belastung ernst zu nehmen und nicht nur die Hautsymptome zu betrachten.
Hilfreich kann sein:
- Offen mit vertrauten Personen über die Erkrankung zu sprechen
- Sich nicht für die Haut schuldig zu fühlen
- Unrealistische Schönheitsideale kritisch zu hinterfragen
- Eigene Stärken und Interessen bewusst wahrzunehmen
- Unterstützung durch Familie, Freunde oder Fachpersonen anzunehmen
Viele Jugendliche erleben mit der Zeit, dass ein offener und selbstbewusster Umgang mit Neurodermitis Unsicherheiten reduzieren kann. Dabei geht es nicht darum, die Erkrankung „perfekt“ zu kontrollieren, sondern den eigenen Körper trotz Hautproblemen akzeptieren zu lernen.
Schule, Freizeit und Beziehungen
Neurodermitis beeinflusst oft deutlich mehr als nur die Haut. Gerade im Jugendalter kann die Erkrankung viele Bereiche des täglichen Lebens betreffen – von der Schule über Freizeitaktivitäten bis hin zu Freundschaften und ersten Beziehungen.
Besonders belastend sind für viele Jugendliche der ständige Juckreiz und gestörter Schlaf. Nächtliches Kratzen oder häufiges Aufwachen führen oft dazu, dass Betroffene morgens erschöpft sind. Dadurch fällt es schwerer, sich über längere Zeit zu konzentrieren oder im Unterricht aufmerksam zu bleiben.
Mögliche Folgen im Schulalltag sind zum Beispiel:
- Konzentrationsprobleme
- Müdigkeit und Erschöpfung
- Geringere Leistungsfähigkeit
- Innere Unruhe durch Juckreiz
- Schwierigkeiten bei Prüfungen oder langen Schultagen
Hinzu kommt, dass Stress und Leistungsdruck Krankheitsschübe zusätzlich verstärken können. Dadurch entsteht bei manchen Jugendlichen ein belastender Kreislauf aus Stress, Hautverschlechterung und erneutem Stress.
Auch Freizeit und Sport können komplizierter werden. Schwitzen, Hitze, Chlorwasser oder Reibung durch Kleidung reizen die Haut häufig zusätzlich. Manche Jugendliche vermeiden deshalb bestimmte Aktivitäten oder fühlen sich unsicher beim Sport, Schwimmen oder Umziehen vor anderen.
Nicht selten verändert Neurodermitis auch das soziale Verhalten. Einige Jugendliche ziehen sich zurück, sagen Verabredungen häufiger ab oder vermeiden Situationen, in denen ihre Haut sichtbar sein könnte. Dahinter steckt oft nicht mangelndes Interesse, sondern die Sorge vor Blicken, Kommentaren oder unangenehmen Fragen.
Besonders sensibel kann das Thema in Freundschaften oder ersten romantischen Beziehungen werden. Viele Jugendliche fragen sich:
- „Fällt meine Haut anderen stark auf?“
- „Wirke ich ungepflegt oder unattraktiv?“
- „Wie reagiere ich auf Fragen oder Berührungen?“
Solche Unsicherheiten können dazu führen, dass Nähe schwieriger wird oder Betroffene sich emotional stärker zurückhalten.
Mobbing und soziale Belastungen
Unwissenheit führt manchmal zu verletzenden Kommentaren oder Vorurteilen. Manche Menschen glauben fälschlicherweise, Neurodermitis sei ansteckend.
Wichtig ist:
- Neurodermitis ist nicht ansteckend.
- Offene Gespräche können Missverständnisse abbauen.
- Unterstützung durch Familie und Freunde entlastet.
Diagnose und Behandlung
Wie Neurodermitis festgestellt wird
Die Diagnose der Neurodermitis erfolgt meist durch eine hautärztliche Untersuchung beim Dermatologen. Dabei werden die Beschwerden, der Verlauf und mögliche Allergien berücksichtigt. Wichtige Hinweise für die Diagnose sind:
- Typische Hautveränderungen
- Starker Juckreiz
- Familiäre Vorbelastung
- Wiederkehrende Schübe
Zusätzliche Allergietests können sinnvoll sein, wenn der Verdacht besteht, dass bestimmte Allergene die Beschwerden verstärken. Dazu gehören zum Beispiel auffällige Reaktionen auf bestimmte Lebensmittel, Tierhaare, Pollen oder Hausstaubmilben.
Behandlungsmöglichkeiten
Die Behandlung der Neurodermitis richtet sich nach Schweregrad und Symptomatik. Ziel ist es, Entzündungen zu reduzieren und die Hautbarriere zu stärken.
Zu den wichtigsten Maßnahmen gehören:
- Tägliche Basispflege mit einer geeigneten Neurodermitis Creme
- Entzündungshemmende Cremes oder kortisonhaltige Präparate bei akuten Schüben
- Spezielle Medikamente (z.B. Biologika, JAK-Inhibitoren) bei schweren oder anhaltenden Verläufen
- Vermeidung individueller Neurodermitis Auslöser
Moderne Therapien können auch bei schwerer Neurodermitis gute Ergebnisse erzielen.
Wann ärztliche Hilfe wichtig ist
Ärztliche Unterstützung – durch den Kinderarzt, Hausarzt oder Dermatologen – sollte besonders gesucht werden bei:
- Starken oder großflächigen Entzündungen
- Offenen oder infizierten Hautstellen
- Starken Schlafproblemen
- Psychischer Belastung
- Fehlender Besserung trotz Pflege
Hautpflege im Alltag
Die richtige Pflege-Routine
Eine konsequente Hautpflege gehört ist eine der wichtigsten Grundlage der Behandlung. Sie hilft dabei, die Hautbarriere zu stabilisieren, Juckreiz zu lindern und Schübe zu verhindern. Empfohlen werden:
- Feuchtigkeitsspendende Cremes oder Lotionen
- Parfumfreie Produkte
- Regelmäßiges Eincremen, auch in beschwerdefreien Phasen
- Individuell angepasste Pflegeprodukte
Gerade im Jugendalter ist die richtige Pflege jedoch oft etwas komplizierter als bei kleinen Kindern. Während einige Körperstellen weiterhin sehr trocken sind und reichhaltige Pflege benötigen, wird die Haut im Gesicht häufig fettiger oder reagiert empfindlicher auf schwere Cremes. Gleichzeitig treten bei vielen Jugendlichen zusätzlich Unreinheiten oder Akne auf.
Deshalb kann es sinnvoll sein, unterschiedliche Pflegeprodukte für verschiedene Körperbereiche zu verwenden:
Wichtig ist außerdem, die Pflege an den aktuellen Hautzustand anzupassen. Neurodermitis-Haut verändert sich oft je nach Jahreszeit, Krankheitsschub oder Reizung.
Auch Klima, Sport, Schwitzen oder Heizungsluft können beeinflussen, welche Pflege sich angenehm anfühlt. Viele Jugendliche müssen deshalb zunächst ausprobieren, welche Produkte ihre Haut im Alltag am besten unterstützen.
Neue Pflege- oder Kosmetikprodukte sollten möglichst vorsichtig getestet werden. Produkte mit austrocknenden Alkoholen, Duftstoffen oder reizenden Inhaltsstoffen können empfindliche Haut zusätzlich belasten und sollten vermieden werden.
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Duschen und Baden
Auch die tägliche Reinigung beeinflusst die Haut. Wichtig ist:
Kurz und nicht zu heiß duschen: Langes oder sehr heißes Duschen entzieht der Haut zusätzlich Feuchtigkeit und kann die Hautbarriere weiter schwächen.
Milde Reinigungsprodukte verwenden: Schonende, parfumfreie Produkte wie das SIRIDERMA Pflege-Duschbad, das Pflege-Shampoo oder die Waschlotion helfen dabei, die Haut zu reinigen, ohne sie unnötig zu reizen oder auszutrocknen.
Haut vorsichtig trocken tupfen: Starkes Rubbeln mit dem Handtuch kann empfindliche Haut zusätzlich reizen und Juckreiz verstärken.
Direkt nach dem Duschen eincremen: So kann die noch leicht feuchte Haut die Feuchtigkeit am besten speichern und die Hautbarriere wird unterstützt.
Kleidung und Materialien
Die falsche Kleidung bei Neurodermitis kann die Haut zusätzlich reizen. Reibung, Wärme oder starkes Schwitzen können Juckreiz verstärken und empfindliche Haut belasten. Gerade im Jugendalter ist Kleidung jedoch oft mehr als nur praktisch. Viele Jugendliche möchten modische Kleidung tragen, Trends folgen oder sich in ihrer Freundesgruppe nicht ausgeschlossen fühlen. Das kann schwierig sein, wenn bestimmte Stoffe oder enge Kleidung die Haut reizen.
Besonders Sportkleidung, enge Jeans, Pullover aus kratzigen Materialien oder stark synthetische Stoffe können problematisch sein. Gleichzeitig möchten viele Jugendliche nicht auf ihren persönlichen Stil verzichten oder „anders“ wirken.
Wichtig ist deshalb, einen individuellen Mittelweg zu finden. Hautfreundliche Kleidung bedeutet nicht, auf Mode verzichten zu müssen. Oft helfen bereits kleine Veränderungen, zum Beispiel weichere Stoffe, lockerer sitzende Kleidung oder atmungsaktive Alternativen. Ziel ist Kleidung, in der sich Jugendliche sowohl körperlich als auch sozial wohlfühlen können.
Alltagstipps für Schule und Sport
Auch unterwegs sollte die Hautpflege und hautschonende Verhaltensweisen nicht vergessen werden.
Hilfreich sind:
- Kleine Pflegeprodukte für unterwegs
- Wechselkleidung beim Sport
- Schnelles Duschen nach starkem Schwitzen
- Ausreichend trinken
Ernährung und Lebensstil
Psychische Gesundheit und Unterstützung
Neurodermitis betrifft nicht nur die Haut, sondern oft auch das seelische Wohlbefinden. Sichtbare Hautveränderungen, Juckreiz, Schlafmangel und wiederkehrende Schübe können Unsicherheit, Scham oder Rückzug verstärken.
Studien zeigen, dass Kinder und Jugendliche mit atopischer Dermatitis zudem häufiger von Schlafstörungen, Angst und depressiven Symptomen betroffen sind als Gleichaltrige ohne Neurodermitis. In einer Meta-Analyse mit mehr als zwei Millionen Kindern und Jugendlichen mit Neurodermitis war das Risiko für psychische Störungen insgesamt erhöht; besonders deutlich war der Zusammenhang bei Schlafstörungen. [6]
Mit Frust und Unsicherheit umgehen
Neurodermitis kann Jugendliche nicht nur körperlich, sondern auch emotional stark belasten. Viele Betroffene erleben Phasen von Frust, Unsicherheit oder Enttäuschung – besonders dann, wenn die Haut trotz Pflege und Behandlung plötzlich wieder schlechter wird. Gerade im Jugendalter, in dem Aussehen, Zugehörigkeit und Selbstbewusstsein oft eine große Rolle spielen, können sichtbare Hautveränderungen sehr belastend sein.
Hinzu kommt, dass Neurodermitis häufig unvorhersehbar verläuft. Gute Hautphasen wechseln sich mit neuen Schüben ab. Manche Jugendliche haben das Gefühl, ständig auf ihre Haut achten zu müssen oder nie wirklich „abschalten“ zu können. Das kann emotional erschöpfend sein.
Wichtig ist deshalb, die eigene Belastung ernst zu nehmen und Gefühle wie Frust, Scham oder Überforderung nicht herunterzuspielen. Psychische Belastungen gehören bei vielen Betroffenen zur Erkrankung dazu und sind kein Zeichen von Schwäche.
Hilfreich können sein:
- Offene Gespräche: Mit vertrauten Personen über Sorgen, Stress oder Unsicherheiten zu sprechen, kann entlasten und das Gefühl verringern, mit der Erkrankung allein zu sein.
- Realistische Erwartungen: Neurodermitis verläuft meist schubweise. Nicht jede Verschlechterung bedeutet, dass die Behandlung „nicht funktioniert“. Oft geht es darum, die Haut langfristig besser zu stabilisieren – nicht darum, jederzeit perfekte Haut zu haben.
- Selbstfürsorge: Ausreichend Schlaf, regelmäßige Pausen, Stressabbau und bewusste Erholung können helfen, Körper und Psyche zu entlasten. Auch kleine Routinen im Alltag können mehr Stabilität geben.
- Unterstützung durch das Umfeld: Verständnis durch Familie, Freunde oder Lehrkräfte kann den Umgang mit der Erkrankung deutlich erleichtern. Jugendliche profitieren oft davon, wenn ihre Beschwerden ernst genommen werden und sie nicht ständig das Gefühl haben, sich erklären zu müssen.
- Eigene Stärken im Blick behalten: Neurodermitis sollte nicht bestimmen, wie Jugendliche sich selbst sehen. Hobbys, Freundschaften, Interessen und persönliche Fähigkeiten bleiben wichtig – auch an Tagen, an denen die Haut belastet.
Unterstützung durch Familie und Freunde
Verständnis und Rückhalt aus dem Umfeld können den Umgang mit Neurodermitis deutlich erleichtern. Gerade Jugendliche wünschen sich oft, ernst genommen zu werden, ohne ständig auf ihre Erkrankung reduziert zu werden. Unterstützung bedeutet deshalb nicht nur praktische Hilfe bei der Hautpflege, sondern auch emotionalen Rückhalt im Alltag.
Für viele Betroffene ist es entlastend, wenn Familie, Freundinnen, Freunde oder Partnerinnen und Partner verstehen, dass Neurodermitis weit mehr sein kann als „nur trockene Haut“. Juckreiz, Schlafmangel, sichtbare Hautveränderungen und wiederkehrende Schübe können körperlich und psychisch sehr anstrengend sein.
Wichtig ist:
- Beschwerden ernst zu nehmen: Juckreiz, Schmerzen oder Erschöpfung sollten nicht heruntergespielt werden. Aussagen wie „Kratz einfach nicht“ helfen Betroffenen meist nicht weiter und können zusätzlichen Druck erzeugen.
- Nicht zu verurteilen: Viele Jugendliche schämen sich bereits für ihre Haut oder fühlen sich unsicher. Kritik an aufgekratzten Stellen, Pflegegewohnheiten oder dem Aussehen kann diese Gefühle verstärken.
- Gemeinsam Lösungen zu finden: Hilfreich kann sein, gemeinsam nach Wegen zu suchen, die den Alltag erleichtern – zum Beispiel passende Hautpflegeprodukte, stressärmere Routinen oder Unterstützung bei Arztterminen.
- Emotionale Unterstützung anzubieten: Oft hilft es schon, zuzuhören und Verständnis zu zeigen. Jugendliche müssen nicht immer sofort Lösungen hören, sondern möchten sich manchmal einfach verstanden fühlen.
Professionelle Hilfe
Bei starker psychischer Belastung kann professionelle Unterstützung sinnvoll sein.
Möglichkeiten sind:
- Psychologische Beratung
- Verhaltenstherapie
- Selbsthilfegruppen
- Austausch mit anderen Betroffenen
Umgang mit Neurodermitis im sozialen Umfeld
Praktische Alltagstipps
Schon kleine Veränderungen im Alltag können die Haut entlasten.
Hilfreiche Maßnahmen sind:
Pflegeprodukte immer dabeihaben: So kann die Haut auch unterwegs schnell gepflegt werden, wenn Trockenheit, Spannungsgefühl oder Juckreiz auftreten.
Trigger dokumentieren: Ein Tagebuch oder Notizen im Alltag können helfen, persönliche Auslöser wie Stress, bestimmte Produkte oder Wetterveränderungen besser zu erkennen.
Haut nicht unnötig reizen: Häufiges Kratzen, aggressive Pflegeprodukte oder starke Reibung können Entzündungen und Juckreiz zusätzlich verstärken.
Ausreichend trinken: Ausreichende Flüssigkeitszufuhr unterstützt den Körper und kann helfen, trockene Haut von innen zu unterstützen.
Stress frühzeitig erkennen: Da Stress Krankheitsschübe verstärken kann, ist es hilfreich, Warnzeichen wie Überforderung oder Anspannung möglichst früh wahrzunehmen und gegenzusteuern.
Regelmäßige Arzttermine wahrnehmen: Kontrollen helfen dabei, die Behandlung an den aktuellen Hautzustand anzupassen und Beschwerden frühzeitig zu behandeln.
Neurodermitis-Tasche: Für Reisen oder Klassenfahrten empfiehlt sich eine kleine Neurodermitis-Tasche mit:
- Pflegecreme
- Medikamenten
- mildem Waschgel
- Ersatzkleidung
- eventuell Verbandmaterial
FAQ – Häufige Fragen zu Neurodermitis bei Jugendlichen
Ist Neurodermitis ansteckend?
Nein. Neurodermitis ist nicht ansteckend und kann nicht durch Ansteckung auf andere Menschen übertragen werden.
Warum juckt Neurodermitis so stark?
Bei Neurodermitis ist die Hautbarriere gestört und die Haut entzündet sich leichter. Das führt häufig zu starkem Juckreiz. Kratzen verschlimmert die Entzündung oft zusätzlich – dadurch entsteht der sogenannte Juck-Kratz-Kreislauf.
Sollte man mit Neurodermitis Sport machen?
Ja, Bewegung ist grundsätzlich sinnvoll. Wichtig ist jedoch, starkes Schwitzen möglichst auszugleichen – zum Beispiel durch atmungsaktive Kleidung, schnelles Duschen nach dem Sport, Wechselkleidung und passende Hautpflege.
Warum haben viele Jugendliche mit Neurodermitis Schlafprobleme?
Starker Juckreiz kann das Einschlafen erschweren und nachts zu häufigem Aufwachen führen. Dadurch fühlen sich viele Betroffene tagsüber müde oder erschöpft.
Welche Hautpflege ist bei Jugendlichen sinnvoll?
Die Pflege sollte individuell zum Hautzustand passen. Sehr trockene Haut benötigt meist reichhaltigere Pflege wie die SIRIDERMA Körpercreme oder die LIPID Intensivcreme, während im Gesicht oft leichtere Cremes wie die SIRIDERMA Feuchtigkeitscreme oder HYDRO Intensivcreme besser vertragen werden – besonders bei zusätzlichen Unreinheiten oder Akne.
Kann Neurodermitis erst im Jugendalter auftreten?
Ja, auch ein später Krankheitsbeginn ist möglich. Obwohl Neurodermitis meist schon im Kindesalter beginnt, entwickeln manche Jugendliche die Erkrankung erst während der Pubertät oder im jungen Erwachsenenalter.
Kann Neurodermitis in der Pubertät schlimmer werden?
Ja. Hormonelle Veränderungen, Stress, Schlafmangel oder stärkeres Schwitzen können während der Pubertät neue Krankheitsschübe auslösen oder bestehende Beschwerden verstärken.
Kann Neurodermitis das Selbstbewusstsein beeinflussen?
Ja. Sichtbare Hautveränderungen können gerade im Jugendalter emotional belastend sein. Manche Jugendliche fühlen sich unsicher, schämen sich für ihre Haut oder ziehen sich sozial zurück.
Können Jugendliche mit Neurodermitis Make-Up verwenden?
Grundsätzlich ja. Wichtig sind möglichst reizfreie, parfumfreie und hautverträgliche Produkte wie die SIRIDERMA Getönte Tagescreme. Neue Produkte sollten vorsichtig getestet werden, da empfindliche Haut auf Alkohol, Duftstoffe oder bestimmte Inhaltsstoffe reagieren kann.
Welche Körperstellen sind bei Jugendlichen häufig betroffen?
Typisch sind vor allem:
- Gesicht
- Hals und Nacken
- Hände
- Armbeugen und Kniekehlen
- Schultern und oberer Rücken
Quellenangaben
Fußnoten
[1] BARMER-Atlas – Neurodermitis-Fälle nehmen deutlich zu. Pressemitteilung vom 14.07.2023. Online verfügbar unter: https://www.barmer.de/presse/presseinformationen/pressearchiv/immer-mehr-neurodermitis-faelle-1245212 (zuletzt abgerufen am 12.05.2026)
[2] S3-Leitlinie „Atopische Dermatitis“ (AWMF-Registernr. 013-027) (2023) verfügbar unter: https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/013-027 (zuletzt abgerufen am 12.05.2026)
[3] Wan J, Mitra N, Hoffstad OJ, Yan AC, Margolis DJ. Longitudinal atopic dermatitis control and persistence vary with timing of disease onset in children: A cohort study. J Am Acad Dermatol. 2019 Dec;81(6):1292-1299. doi: 10.1016/j.jaad.2019.05.016. Epub 2019 May 11. PMID: 31085263; PMCID: PMC6892595.
[4] Fishbein A, Cheng B, Tilley C et al., Sleep Disturbance in School-Aged Children with Atopic Dermatitis: Prevalence and Severity in a Cross-Sectional Sample, The Journal of Allergy and Clinical Immunology: In Practice, 2021; 9, 3120-3129.e3
[5] Paller AS, Rangel SM, Chamlin SL, et al. Stigmatization and Mental Health Impact of Chronic Pediatric Skin Disorders. JAMA Dermatol. 2024;160(6):621–630. doi:10.1001/jamadermatol.2024.0594
[6] Xie Q-W, Dai X, Tang X, Chan CHY and Chan CLW (2019) Risk of Mental Disorders in Children and Adolescents With Atopic Dermatitis: A Systematic Review and Meta-Analysis. Front. Psychol. 10:1773. doi: 10.3389/fpsyg.2019.01773
[7] Deutscher Allergie- und Asthmabund e. V. (DAAB): Mehr als Hautsache: Warum wir über die psychischen Folgen von Neurodermitis sprechen müssen, 02.09.2025, online verfügbar unter: https://www.daab.de/2025/09/mehr-als-hautsache-warum-wir-ueber-die-psychischen-folgen-von-neurodermitis-sprechen-muessen (zuletzt abgerufen am 12.05.2026)
Weitere Quellen & weiterführende Literatur
Wohlrab J, Staubach P, Augustin M, Eisert L, Hünerbein A, Nast A, Reimann H, Strömer K, Mahler V. S2k-Leitlinie zum Gebrauch von Präparationen zur lokalen Anwendung auf der Haut (Topika). J Dtsch Dermatol Ges. 2018 Mar;16(3):376-392. doi: 10.1111/ddg.13473_g. PMID: 29537157.
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