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Neurodermitis bei Jugendlichen I Zwischen Schule, Pubertät und Hautproblemen

Neurodermitis gehört zu den häufigsten chronischen Hauterkrankungen bei Kindern und Jugendlichen. Bei vielen Betroffenen beginnt die Erkrankung bereits im frühen Kindesalter – doch auch in der Pubertät und im jungen Erwachsenenalter bleibt die Neurodermitis häufig ein Thema. Manche Jugendliche haben weiterhin Beschwerden, bei anderen treten die Symptome nach einer längeren beschwerdefreien Zeit erneut auf.

Gerade im Jugendalter kann Neurodermitis für viele Jugendliche und Teenager besonders belastend sein. Sichtbare Hautveränderungen, starker Juckreiz und Schlafprobleme wirken sich oft nicht nur körperlich, sondern auch emotional aus. Schule, Freizeit, Freundschaften und das Selbstbewusstsein können darunter leiden.

Dieser Ratgeber erklärt, was hinter Neurodermitis steckt, warum Jugendliche betroffen sind und wie sich die Erkrankung im Alltag besser bewältigen lässt.

Jugendliche mit Neurodermitis kratzt sich an den Armen

Neurodermitis bei Jugendlichen: Das Wichtigste in Kürze

  • Neurodermitis betrifft nicht nur kleine Kinder – auch viele Jugendliche und junge Erwachsene haben weiterhin Beschwerden oder erleben neue Schübe während der Pubertät.
  • Hormonelle Veränderungen, Stress, Schlafmangel, Schwitzen oder reizende Kosmetik können die Haut im Jugendalter empfindlicher machen und Krankheitsschübe verstärken.
  • Typische Symptome sind trockene, entzündete und stark juckende Haut sowie Schlafprobleme. Häufig betroffen sind Gesicht, Hals, Hände sowie Armbeugen und Kniekehlen.
  • Neurodermitis beeinflusst oft nicht nur die Haut, sondern auch Selbstbewusstsein, Schule, Freizeit und soziale Beziehungen. Viele Jugendliche fühlen sich wegen sichtbarer Hautveränderungen unsicher oder eingeschränkt.
  • Eine individuell angepasste Hautpflege ist besonders wichtig. Trockene Haut benötigt meist reichhaltigere Pflege, während bei unreiner oder gereizter Haut oft leichtere Produkte besser geeignet sind.
  • Stress, Schlafmangel und psychische Belastungen können Neurodermitis verschlimmern. Gleichzeitig berichten Betroffene häufiger über emotionale Belastungen wie Scham, Unsicherheit oder Rückzug.
  • Mit der richtigen Behandlung, konsequenter Pflege und Unterstützung durch Familie, Freunde oder Fachpersonen lässt sich die Krankheit Neurodermitis häufig gut kontrollieren und der Alltag deutlich erleichtern.

Neurodermitis bei Jugendlichen: Verlauf und Veränderungen

Im Jugendalter verändert sich der Körper stark – und damit oft auch der Verlauf der Neurodermitis. Bei vielen Betroffenen ist die Erkrankung aus der Kindheit bekannt und kann in der Pubertät erneut aufflammen oder sich in ihrer Ausprägung verändern. Hormonelle Umstellungen, zunehmender Stress in Schule oder Ausbildung sowie neue soziale Herausforderungen spielen dabei häufig eine Rolle.

Typischer Verlauf der Erkrankung

Neurodermitis verläuft meist schubweise. Das bedeutet, dass sich Phasen mit starken Beschwerden und Zeiten mit deutlich weniger Symptomen abwechseln. Meist beginnt die Erkrankung bereits im Baby- oder Kleinkindalter. Typisch für den Verlauf sind:

  • Trockene und empfindliche Haut selbst in Ruhephasen
  • Wiederkehrende Hautentzündungen
  • Unterschiedlich starke Beschwerden je nach Lebensphase
  • Einfluss von Stress, Klima oder Infekten

Bei vielen Betroffenen bessern sich die Symptome im Laufe des Lebens. Dennoch verschwindet Neurodermitis nicht immer vollständig.

Warum Neurodermitis auch Jugendliche betrifft

Viele Menschen denken, Neurodermitis sei ausschließlich eine Kinderkrankheit. Tatsächlich haben jedoch zahlreiche Jugendliche weiterhin Beschwerden.

Hintergrundwissen: Laut einer BARMER-Auswertung ambulanter Diagnosedaten erhielten im Jahr 2021 fast 7% der 10- bis 19-Jährigen eine Neurodermitis-Diagnose. Damit gehören die Jugendlichen – nach den Kindern bis einschließlich neun Jahre mit knapp 12% – weiterhin zu den häufig betroffenen Altersgruppen. [1]

Neben dem Andauern der Symptome kann es auch vorkommen, dass nach einer Ruhephase in der Pubertät erneut Krankheitsschübe auftreten. Dafür gibt es verschiedene Gründe:

  • Hormonelle Veränderungen während der Pubertät
  • Zunehmender Stress in Schule oder Ausbildung

  • Emotionale Belastungen und Schlafmangel
  • Veränderte Hautpflege oder Kosmetikprodukte
  • Stärkere Schweißbildung und sportliche Aktivitäten

Die Haut reagiert in dieser Lebensphase oft empfindlicher auf äußere und innere Belastungen.

Neurodermitis erstmals in der Jugend

Bei 60% der Betroffenen tritt die Neurodermitis bereits im ersten Lebensjahr auf, bei 70 bis 85% in den ersten fünf Lebensjahren. [2] Ein späterer Krankheitsbeginn ist zwar selten, aber möglich. Manche Jugendliche entwickeln Neurodermitis erst während der Pubertät oder im jungen Erwachsenenalter.

Hintergrundwissen: Laut einer Auswertung von PEER-Daten (Pediatric Eczema Elective Registry) lag der Krankheitsbeginn bei 8,9% der Patienten zwischen 8 und 17 Jahren. [3]

Wie sich Neurodermitis im Jugendalter verändern kann

Die Symptome unterscheiden sich im Jugendalter teilweise von denen bei Säuglingen oder kleinen Kindern – vor allem, was die betroffenen Körperregionen angeht. Besonders häufig betroffen sind:

  • Gesicht und Hals
  • Hände
  • Armbeugen und Kniekehlen
  • Oberkörper

Oberarm einer Jugendlichen mit Neurodermitis-Symptomen und Ekzemen

Im Jugendalter stehen neben den körperlichen Beschwerden oft auch psychische Belastungen stärker im Vordergrund. Sichtbare Hautveränderungen können das Selbstbewusstsein beeinträchtigen und zu Unsicherheit führen. Viele Jugendliche und Teenager berichten über:

  • Schamgefühle wegen der Haut
  • Angst vor Blicken oder Kommentaren
  • Konzentrationsprobleme durch Juckreiz
  • Schlafprobleme und Müdigkeit
  • Einschränkungen im Alltag

Neurodermitis: Was ist das überhaupt?

Neurodermitis – medizinisch auch atopische Dermatitis genannt – ist eine chronisch-entzündliche Hauterkrankung. Charakteristisch für die Krankheit ist eine gestörte Hautbarriere. Dadurch verliert die Haut mehr Feuchtigkeit und kann sich schlechter gegen Reizstoffe, Keime und Allergene schützen.

Zusätzlich reagiert das Immunsystem vieler Betroffener besonders empfindlich. Deshalb tritt Neurodermitis häufig gemeinsam mit anderen atopischen Erkrankungen auf, zum Beispiel:

  • Heuschnupfen
  • Asthma bronchiale
  • Allergien

Typische Symptome

Die Beschwerden können unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Besonders belastend ist für viele Jugendliche Patienten der starke Juckreiz. Häufige Symptome sind:

  • Trockene und schuppige Haut
  • Gerötete oder entzündete Stellen
  • Starker Juckreiz
  • Nässende oder aufgekratzte Ekzeme
  • Verdickte Haut bei längerem Verlauf
  • Schlafstörungen

Das Kratzen verschlimmert die Entzündung oft zusätzlich. Dadurch entsteht ein sogenannter „Juck-Kratz-Kreislauf“.

Häufig betroffene Körperstellen bei Jugendlichen

Im Jugendalter verändert sich häufig die Verteilung der Hautveränderungen. Während bei Babys und Kleinkindern oft Wangen, Kopfhaut, die Außenseiten von Armen und Beinen und seltener auch Rücken, Bauch oder Brust betroffen sind, verlagern sich die Ekzeme mit zunehmendem Alter häufig in die Armbeugen, Kniekehlen und den Nacken. Typische betroffene Bereiche sind:

  • Hals und Nacken
  • Gesicht, besonders Augenlider
  • Armbeugen und Kniekehlen
  • Hände und Finger
  • Schultern und oberer Rücken

Ursachen und Auslöser

Genetische Veranlagung

Die Veranlagung für Neurodermitis ist erblich. Haben Eltern oder Geschwister Neurodermitis, Asthma oder Allergien, muss zwar nicht zwingend eine Neurodermitis auftreten aber das Risiko ist erhöht.

Dabei spielen unter anderem Veränderungen der Hautbarriere und des Immunsystems eine Rolle.

Psychische Belastungen

Stress gilt als einer der häufigsten Auslöser für Krankheitsschübe. Gerade Jugendliche erleben häufig Leistungsdruck und emotionale Belastungen. Belastende Situationen können sein:

  • Prüfungen
  • Streit in Familie oder Freundeskreis
  • Soziale Unsicherheit
  • Schlafmangel
  • Hoher Freizeit- oder Leistungsdruck

Umweltfaktoren

Neben der genetischen Veranlagung beeinflussen auch äußere Faktoren die Haut. Nicht jeder Trigger wirkt bei allen Betroffenen gleich. Mögliche Auslöser sind:

  • Kaltes oder sehr trockenes Wetter
  • Starke Hitze
  • Luftverschmutzung
  • Reizende Waschmittel
  • Duftstoffe oder aggressive Kosmetik
  • Ungeeignete Kleidung, etwa kratzige Stoffe

Weitere Trigger

Zusätzlich können andere Faktoren die Haut reizen. Dazu gehören:

  • Starkes Schwitzen
  • Infekte
  • Bestimmte Allergene wie Pollen oder Tierhaare
  • Einzelne Lebensmittel bei vorhandener Unverträglichkeit
  • Häufiges Kratzen

Besonderheiten im Jugendalter

Pubertät und Hautveränderungen

Während der Pubertät verändert sich der Körper stark. Besonders die hormonellen Umstellungen beeinflussen die Haut und können sich auch auf den Verlauf der Neurodermitis auswirken. Viele Jugendliche erleben in dieser Zeit neue oder stärkere Krankheitsschübe.

Hormone beeinflussen unter anderem die Talgproduktion, den Feuchtigkeitshaushalt und die Empfindlichkeit der Haut. Gleichzeitig verändert sich das Immunsystem. Dadurch kann die Hautbarriere instabiler werden und empfindlicher auf Reizstoffe, Schweiß, Stress oder Hautkeime reagieren. Bei manchen Jugendlichen wird die Haut trockener und gereizter, bei anderen treten stärkere Entzündungen oder Juckreiz auf.

Zusätzlich produzieren viele Jugendliche während der Pubertät mehr Schweiß und Hautfett. Häufiges Schwitzen – etwa beim Sport oder in Stresssituationen – kann die Haut weiter reizen und Juckreiz verstärken. Auch Wärme und Reibung durch Kleidung werden in dieser Lebensphase oft schlechter vertragen.

Jugendlicher mit unreiner Haut betrachtet sich kritisch im Spiegel

Gleichzeitig treten bei vielen Teenagern weitere Hautprobleme auf, insbesondere unreine Haut oder Akne. Dadurch wird die Hautpflege oft komplizierter, denn die Bedürfnisse der Haut können sich widersprechen:

  • Neurodermitis-Haut benötigt meist reichhaltige, beruhigende und feuchtigkeitsspendende Pflege.
  • Akne-Haut reagiert dagegen häufig empfindlich auf fettige oder stark okklusive Produkte.

Manche Cremes, die bei trockener Neurodermitis helfen, können unreine Haut verstärken oder als „zu schwer“ empfunden werden. Umgekehrt können austrocknende Anti-Pickel-Produkte die Hautbarriere zusätzlich schädigen und Neurodermitis verschlimmern.

Auch häufiges Ausprobieren neuer Kosmetikprodukte kann problematisch sein. Jugendliche testen in dieser Phase oft Make-up, Duftstoffe oder Hautpflegeprodukte, die Alkohol, Parfum oder andere reizende Inhaltsstoffe enthalten. Empfindliche Haut reagiert darauf häufig mit Brennen, Trockenheit oder neuen Entzündungen.

Deshalb ist eine individuell angepasste Neurodermitis Hautpflege je nach Hautzustand jetzt besonders wichtig. Ziel ist es, die Hautbarriere zu schützen, ohne die Haut zusätzlich zu reizen oder andere Hautprobleme zu verstärken.

Auch häufiges Ausprobieren neuer Kosmetikprodukte kann problematisch sein. Jugendliche testen in dieser Phase oft Make-up, Duftstoffe oder Hautpflegeprodukte, die Alkohol, Parfum oder andere reizende Inhaltsstoffe enthalten. Empfindliche Haut reagiert darauf häufig mit Brennen, Trockenheit oder neuen Entzündungen.

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Selbstbewusstsein und Körperbild

Das äußere Erscheinungsbild spielt besonders im Jugendalter eine große Rolle. Viele Jugendliche vergleichen sich jetzt stärker mit anderen als früher, möchten dazugehören und wünschen sich, „normal“ auszusehen. Sichtbare Hautveränderungen durch Neurodermitis können deshalb nicht nur körperlich, sondern auch emotional sehr belastend sein.

Rötungen, aufgekratzte Stellen oder schuppige Haut, besonders im Gesicht, am Hals oder an den Händen – also an Körperstellen, die kaum verborgen werden können – fallen auf. Manche Jugendliche fühlen sich dadurch ständig beobachtet oder haben Angst vor Kommentaren und neugierigen Fragen. Andere ziehen sich zurück, vermeiden bestimmte Kleidung oder fühlen sich bei Freizeitaktivitäten unsicher.

Jugendliche sitzt mit auf den Knien verschräbkten Armen auf einer Treppe und schaut traurig aus dem Fenster

Viele Teenager berichten zum Beispiel über:

  • Schamgefühle wegen sichtbarer Hautstellen
  • Unsicherheit beim Kennenlernen neuer Menschen
  • Angst vor negativen Reaktionen oder Ablehnung
  • das Gefühl, „anders“ auszusehen
  • Schwierigkeiten, sich attraktiv oder wohl im eigenen Körper zu fühlen
  • Frust über wiederkehrende Krankheitsschübe trotz Pflege und Behandlung

Besonders belastend kann sein, dass Neurodermitis oft unvorhersehbar verläuft. Die Haut kann sich über längere Zeit beruhigen und sich plötzlich wieder verschlechtern. Das kann zu Frustration, Hilflosigkeit oder dem Gefühl führen, die eigene Haut nicht kontrollieren zu können.

Hinzu kommt, dass soziale Medien häufig unrealistische Schönheitsideale vermitteln. Glatte, makellose Haut wirkt dort oft selbstverständlich, obwohl Bilder stark bearbeitet oder gefiltert sind. Jugendliche mit Neurodermitis vergleichen sich dadurch noch stärker mit anderen und nehmen die eigenen Hautprobleme als besonders auffällig wahr.

Auch alltägliche Situationen können emotional belastend sein, zum Beispiel:

  • Umziehen beim Sport oder Schwimmen
  • Körperliche Nähe in Freundschaften oder Beziehungen

  • Fotos und soziale Medien
  • Übernachtungen oder Klassenfahrten
  • Fragen oder Kommentare anderer Menschen

Junger Mann mit unreiner Gesichtshaut betrachtet sich kritisch im Spiegel

Manche Jugendliche entwickeln aus Angst vor Blicken oder Bewertungen ein geringeres Selbstwertgefühl oder ziehen sich sozial zurück. Wichtig ist deshalb, die psychische Belastung ernst zu nehmen und nicht nur die Hautsymptome zu betrachten.

Hilfreich kann sein:

  • Offen mit vertrauten Personen über die Erkrankung zu sprechen
  • Sich nicht für die Haut schuldig zu fühlen
  • Unrealistische Schönheitsideale kritisch zu hinterfragen
  • Eigene Stärken und Interessen bewusst wahrzunehmen
  • Unterstützung durch Familie, Freunde oder Fachpersonen anzunehmen

Viele Jugendliche erleben mit der Zeit, dass ein offener und selbstbewusster Umgang mit Neurodermitis Unsicherheiten reduzieren kann. Dabei geht es nicht darum, die Erkrankung „perfekt“ zu kontrollieren, sondern den eigenen Körper trotz Hautproblemen akzeptieren zu lernen.

Schule, Freizeit und Beziehungen

Neurodermitis beeinflusst oft deutlich mehr als nur die Haut. Gerade im Jugendalter kann die Erkrankung viele Bereiche des täglichen Lebens betreffen – von der Schule über Freizeitaktivitäten bis hin zu Freundschaften und ersten Beziehungen.

Jugendliche mit Neurodermitis schlaflos im Bett

Besonders belastend sind für viele Jugendliche der ständige Juckreiz und gestörter Schlaf. Nächtliches Kratzen oder häufiges Aufwachen führen oft dazu, dass Betroffene morgens erschöpft sind. Dadurch fällt es schwerer, sich über längere Zeit zu konzentrieren oder im Unterricht aufmerksam zu bleiben.

Mögliche Folgen im Schulalltag sind zum Beispiel:

  • Konzentrationsprobleme
  • Müdigkeit und Erschöpfung
  • Geringere Leistungsfähigkeit
  • Innere Unruhe durch Juckreiz
  • Schwierigkeiten bei Prüfungen oder langen Schultagen

Gut zu wissen: Schlafprobleme sind bei jungen Neurodermitis-Betroffenen häufig. In einer US-Studie mit Kindern und Jugendlichen im Alter von 5 bis 17 Jahren berichteten 67% der Teilnehmenden mit Neurodermitis über Schlafstörungen; 61% gaben schlafbezogene Beeinträchtigungen am Tag an. [4]

Hinzu kommt, dass Stress und Leistungsdruck Krankheitsschübe zusätzlich verstärken können. Dadurch entsteht bei manchen Jugendlichen ein belastender Kreislauf aus Stress, Hautverschlechterung und erneutem Stress.

Auch Freizeit und Sport können komplizierter werden. Schwitzen, Hitze, Chlorwasser oder Reibung durch Kleidung reizen die Haut häufig zusätzlich. Manche Jugendliche vermeiden deshalb bestimmte Aktivitäten oder fühlen sich unsicher beim Sport, Schwimmen oder Umziehen vor anderen.

Jugendliche liegt nachdenklich auf dem Bett. neben ihr ein Block mit Herzchen und ein Smartphone

Nicht selten verändert Neurodermitis auch das soziale Verhalten. Einige Jugendliche ziehen sich zurück, sagen Verabredungen häufiger ab oder vermeiden Situationen, in denen ihre Haut sichtbar sein könnte. Dahinter steckt oft nicht mangelndes Interesse, sondern die Sorge vor Blicken, Kommentaren oder unangenehmen Fragen.

Besonders sensibel kann das Thema in Freundschaften oder ersten romantischen Beziehungen werden. Viele Jugendliche fragen sich:

  • „Fällt meine Haut anderen stark auf?“
  • „Wirke ich ungepflegt oder unattraktiv?“
  • „Wie reagiere ich auf Fragen oder Berührungen?“

Solche Unsicherheiten können dazu führen, dass Nähe schwieriger wird oder Betroffene sich emotional stärker zurückhalten.

Wichtig ist deshalb, Neurodermitis nicht nur als Hauterkrankung zu betrachten. Wenn Schule, Schlaf, soziale Kontakte oder das Wohlbefinden dauerhaft belastet sind, sollte auch darüber gesprochen werden – mit Eltern, Ärztinnen und Ärzten oder anderen vertrauten Personen. Unterstützung kann helfen, den Alltag langfristig besser zu bewältigen und sich trotz der Erkrankung nicht vom sozialen Leben auszuschließen.

Wichtig ist deshalb, Neurodermitis nicht nur als Hauterkrankung zu betrachten. Wenn Schule, Schlaf, soziale Kontakte oder das Wohlbefinden dauerhaft belastet sind, sollte auch darüber gesprochen werden – mit Eltern, Ärztinnen und Ärzten oder anderen vertrauten Personen. Unterstützung kann helfen, den Alltag langfristig besser zu bewältigen und sich trotz der Erkrankung nicht vom sozialen Leben auszuschließen.

Mobbing und soziale Belastungen

Unwissenheit führt manchmal zu verletzenden Kommentaren oder Vorurteilen. Manche Menschen glauben fälschlicherweise, Neurodermitis sei ansteckend.

Wichtig ist:

  • Neurodermitis ist nicht ansteckend.
  • Offene Gespräche können Missverständnisse abbauen.
  • Unterstützung durch Familie und Freunde entlastet.

Stigmatisierung ist keine Seltenheit: In einer Studie mit 1.671 von chronischen Hauterkrankungen betroffenen Kindern und Jugendlichen im Alter von 8 bis 17 Jahren erlebten etwa 44% mindestens moderate Stigmatisierung und bei rund 29% war den Eltern bekannt, dass ihr Kind gemobbt wurde. [5]

Diagnose und Behandlung

Wie Neurodermitis festgestellt wird

Die Diagnose der Neurodermitis erfolgt meist durch eine hautärztliche Untersuchung beim Dermatologen. Dabei werden die Beschwerden, der Verlauf und mögliche Allergien berücksichtigt. Wichtige Hinweise für die Diagnose sind:

  • Typische Hautveränderungen
  • Starker Juckreiz
  • Familiäre Vorbelastung
  • Wiederkehrende Schübe

Zusätzliche Allergietests können sinnvoll sein, wenn der Verdacht besteht, dass bestimmte Allergene die Beschwerden verstärken. Dazu gehören zum Beispiel auffällige Reaktionen auf bestimmte Lebensmittel, Tierhaare, Pollen oder Hausstaubmilben.

Gut zu wissen: Pauschale Allergietests ohne konkreten Verdacht sind meist nicht sinnvoll. Viele Menschen mit Neurodermitis zeigen zwar positive Allergietests, ohne dass die getesteten Stoffe tatsächlich Krankheitsschübe auslösen oder Beschwerden verursachen. Ein positiver Test bedeutet deshalb nicht automatisch, dass eine relevante Allergie vorliegt oder bestimmte Auslöser konsequent gemieden werden müssen.

Behandlungsmöglichkeiten

Die Behandlung der Neurodermitis richtet sich nach Schweregrad und Symptomatik. Ziel ist es, Entzündungen zu reduzieren und die Hautbarriere zu stärken.

Hand trägt Creme auf Neurodermitis Stelle in der Achsel eines Jugendlichen auf

Zu den wichtigsten Maßnahmen gehören:

  • Entzündungshemmende Cremes oder kortisonhaltige Präparate bei akuten Schüben
  • Spezielle Medikamente (z.B. Biologika, JAK-Inhibitoren) bei schweren oder anhaltenden Verläufen

Moderne Therapien können auch bei schwerer Neurodermitis gute Ergebnisse erzielen.

Wann ärztliche Hilfe wichtig ist

Ärztliche Unterstützung – durch den Kinderarzt, Hausarzt oder Dermatologen – sollte besonders gesucht werden bei:

  • Starken oder großflächigen Entzündungen
  • Offenen oder infizierten Hautstellen
  • Starken Schlafproblemen
  • Psychischer Belastung
  • Fehlender Besserung trotz Pflege

Hautpflege im Alltag

Die richtige Pflege-Routine

Eine konsequente Hautpflege gehört ist eine der wichtigsten Grundlage der Behandlung. Sie hilft dabei, die Hautbarriere zu stabilisieren, Juckreiz zu lindern und Schübe zu verhindern. Empfohlen werden:

  • Feuchtigkeitsspendende Cremes oder Lotionen
  • Parfumfreie Produkte
  • Regelmäßiges Eincremen, auch in beschwerdefreien Phasen
  • Individuell angepasste Pflegeprodukte

Gerade im Jugendalter ist die richtige Pflege jedoch oft etwas komplizierter als bei kleinen Kindern. Während einige Körperstellen weiterhin sehr trocken sind und reichhaltige Pflege benötigen, wird die Haut im Gesicht häufig fettiger oder reagiert empfindlicher auf schwere Cremes. Gleichzeitig treten bei vielen Jugendlichen zusätzlich Unreinheiten oder Akne auf.

Deshalb kann es sinnvoll sein, unterschiedliche Pflegeprodukte für verschiedene Körperbereiche zu verwenden:

Für sehr trockene Hautstellen am Körper eignen sich häufig reichhaltigere Cremes oder rückfettende Pflegeprodukte wie die SIRIDERMA Körpercreme.

Im Gesicht werden dagegen oft leichtere Cremes oder Fluids wie die SIRIDERMA Feuchtigkeitscreme oder die getönte Tagescreme oft besser vertragen – besonders bei unreiner Haut oder Akne.

Wichtig ist außerdem, die Pflege an den aktuellen Hautzustand anzupassen. Neurodermitis-Haut verändert sich oft je nach Jahreszeit, Krankheitsschub oder Reizung.

Sehr trockene Haut benötigt meist mehr Fett und Feuchtigkeit. In Phasen sehr intensiver Trockenheit eignet sich besonders die SIRIDERMA LIPID Intensivcreme. Für die Basispflege trockener Haut eignen sich die SIRIDERMA Körpercreme und die Extra Sensitiv Creme für das Gesicht.

Stark gereizte, brennende oder entzündete Haut reagiert dagegen manchmal empfindlich auf schwere oder stark fettende Produkte. Dann können leichtere, beruhigende Pflegeprodukte wie die SIRIDERMA HYDRO Intensivcreme angenehmer sein. Ergänzend kann die AKUT Intensivmaske akute Beschwerden wie Juckreiz und Spannungsgefühle lindern – am besten als Maske über Nacht.

Auch Klima, Sport, Schwitzen oder Heizungsluft können beeinflussen, welche Pflege sich angenehm anfühlt. Viele Jugendliche müssen deshalb zunächst ausprobieren, welche Produkte ihre Haut im Alltag am besten unterstützen.

Neue Pflege- oder Kosmetikprodukte sollten möglichst vorsichtig getestet werden. Produkte mit austrocknenden Alkoholen, Duftstoffen oder reizenden Inhaltsstoffen können empfindliche Haut zusätzlich belasten und sollten vermieden werden.

Wussten Sie schon? Jede Haut ist anders. Deshalb bietet SIRIDERMA verschiedene Kennenlern-Sets an. So können Sie herausfinden, welches unserer Produkte am besten zu Ihren Bedürfnissen passt, bevor Sie eine Vollgröße kaufen.

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Duschen und Baden

Auch die tägliche Reinigung beeinflusst die Haut. Wichtig ist:

Kurz und nicht zu heiß duschen: Langes oder sehr heißes Duschen entzieht der Haut zusätzlich Feuchtigkeit und kann die Hautbarriere weiter schwächen.

Milde Reinigungsprodukte verwenden: Schonende, parfumfreie Produkte wie das SIRIDERMA Pflege-Duschbad, das Pflege-Shampoo oder die Waschlotion helfen dabei, die Haut zu reinigen, ohne sie unnötig zu reizen oder auszutrocknen.

Haut vorsichtig trocken tupfen: Starkes Rubbeln mit dem Handtuch kann empfindliche Haut zusätzlich reizen und Juckreiz verstärken.

Direkt nach dem Duschen eincremen: So kann die noch leicht feuchte Haut die Feuchtigkeit am besten speichern und die Hautbarriere wird unterstützt.

Kleidung und Materialien

Die falsche Kleidung bei Neurodermitis kann die Haut zusätzlich reizen. Reibung, Wärme oder starkes Schwitzen können Juckreiz verstärken und empfindliche Haut belasten. Gerade im Jugendalter ist Kleidung jedoch oft mehr als nur praktisch. Viele Jugendliche möchten modische Kleidung tragen, Trends folgen oder sich in ihrer Freundesgruppe nicht ausgeschlossen fühlen. Das kann schwierig sein, wenn bestimmte Stoffe oder enge Kleidung die Haut reizen.

Besonders Sportkleidung, enge Jeans, Pullover aus kratzigen Materialien oder stark synthetische Stoffe können problematisch sein. Gleichzeitig möchten viele Jugendliche nicht auf ihren persönlichen Stil verzichten oder „anders“ wirken.

Wichtig ist deshalb, einen individuellen Mittelweg zu finden. Hautfreundliche Kleidung bedeutet nicht, auf Mode verzichten zu müssen. Oft helfen bereits kleine Veränderungen, zum Beispiel weichere Stoffe, lockerer sitzende Kleidung oder atmungsaktive Alternativen. Ziel ist Kleidung, in der sich Jugendliche sowohl körperlich als auch sozial wohlfühlen können. 

Gut geeignet sind:

  • Weiche Baumwollstoffe
  • Luftige Kleidung
  • Atmungsaktive Materialien

Weniger geeignet sind:

  • Kratzige Wolle
  • Stark synthetische Stoffe
  • Enge oder scheuernde Kleidung

Alltagstipps für Schule und Sport

Auch unterwegs sollte die Hautpflege und hautschonende Verhaltensweisen nicht vergessen werden.

Hilfreich sind:

  • Kleine Pflegeprodukte für unterwegs
  • Wechselkleidung beim Sport
  • Schnelles Duschen nach starkem Schwitzen
  • Ausreichend trinken

Ernährung und Lebensstil

Ernährung bei Neurodermitis

Es gibt keine allgemeine Neurodermitis-Diät. Nicht alle Betroffenen reagieren auf Lebensmittel. Wichtig ist:

  • Keine unnötigen Verbote
  • Ausgewogene Ernährung
  • Mögliche Unverträglichkeiten beobachten (ein Symptom-Tagebuch hilft)
  • Allergien ärztlich abklären lassen

Eine einseitige Ernährung sollte vermieden werden. Mehr zu Ernährung bei Neurodermitis erfahren

Schlaf und Regeneration

Guter Schlaf ist wichtig für Haut und Immunsystem. Starker Juckreiz kann die Schlafqualität jedoch deutlich beeinträchtigen. Hilfreich können sein:

  • Regelmäßige Schlafzeiten
  • Kühle Raumtemperaturen
  • Kurze Fingernägel gegen unbewusstes Kratzen
  • Beruhigende Abendroutinen
  • Hautpflege vor dem Schlafengehen

Stress reduzieren

Stressbewältigung spielt bei Neurodermitis eine wichtige Rolle. Mögliche Strategien sind:

  • Sport und Bewegung
  • Entspannungsübungen
  • Atemtechniken
  • Feste Pausen im Alltag
  • Gespräche mit vertrauten Personen

Mehr zu Stressmanagement bei Neurodermitis erfahren

Psychische Gesundheit und Unterstützung

Neurodermitis betrifft nicht nur die Haut, sondern oft auch das seelische Wohlbefinden. Sichtbare Hautveränderungen, Juckreiz, Schlafmangel und wiederkehrende Schübe können Unsicherheit, Scham oder Rückzug verstärken.

Studien zeigen, dass Kinder und Jugendliche mit atopischer Dermatitis zudem häufiger von Schlafstörungen, Angst und depressiven Symptomen betroffen sind als Gleichaltrige ohne Neurodermitis. In einer Meta-Analyse mit mehr als zwei Millionen Kindern und Jugendlichen mit Neurodermitis war das Risiko für psychische Störungen insgesamt erhöht; besonders deutlich war der Zusammenhang bei Schlafstörungen. [6]

Auch Umfragen zeigen, wie stark die Erkrankung das soziale Wohlbefinden beeinflussen kann: In einer Umfrage des Deutschen Allergie- und Asthmabunds e.V. (DAAB) unter 500 Neurodermitis-Betroffenen gaben über 40% an, sich wegen ihrer Haut in der Öffentlichkeit unwohl zu fühlen oder zu schämen. [7]

Mit Frust und Unsicherheit umgehen

Neurodermitis kann Jugendliche nicht nur körperlich, sondern auch emotional stark belasten. Viele Betroffene erleben Phasen von Frust, Unsicherheit oder Enttäuschung – besonders dann, wenn die Haut trotz Pflege und Behandlung plötzlich wieder schlechter wird. Gerade im Jugendalter, in dem Aussehen, Zugehörigkeit und Selbstbewusstsein oft eine große Rolle spielen, können sichtbare Hautveränderungen sehr belastend sein.

Hinzu kommt, dass Neurodermitis häufig unvorhersehbar verläuft. Gute Hautphasen wechseln sich mit neuen Schüben ab. Manche Jugendliche haben das Gefühl, ständig auf ihre Haut achten zu müssen oder nie wirklich „abschalten“ zu können. Das kann emotional erschöpfend sein.

Wichtig ist deshalb, die eigene Belastung ernst zu nehmen und Gefühle wie Frust, Scham oder Überforderung nicht herunterzuspielen. Psychische Belastungen gehören bei vielen Betroffenen zur Erkrankung dazu und sind kein Zeichen von Schwäche.

Jugendlicher und Vater unterhalten sich freundlich beim Spaziergang draußen

Hilfreich können sein:

  • Offene Gespräche: Mit vertrauten Personen über Sorgen, Stress oder Unsicherheiten zu sprechen, kann entlasten und das Gefühl verringern, mit der Erkrankung allein zu sein.
  • Realistische Erwartungen: Neurodermitis verläuft meist schubweise. Nicht jede Verschlechterung bedeutet, dass die Behandlung „nicht funktioniert“. Oft geht es darum, die Haut langfristig besser zu stabilisieren – nicht darum, jederzeit perfekte Haut zu haben.
  • Selbstfürsorge: Ausreichend Schlaf, regelmäßige Pausen, Stressabbau und bewusste Erholung können helfen, Körper und Psyche zu entlasten. Auch kleine Routinen im Alltag können mehr Stabilität geben.
  • Unterstützung durch das Umfeld: Verständnis durch Familie, Freunde oder Lehrkräfte kann den Umgang mit der Erkrankung deutlich erleichtern. Jugendliche profitieren oft davon, wenn ihre Beschwerden ernst genommen werden und sie nicht ständig das Gefühl haben, sich erklären zu müssen.
  • Eigene Stärken im Blick behalten: Neurodermitis sollte nicht bestimmen, wie Jugendliche sich selbst sehen. Hobbys, Freundschaften, Interessen und persönliche Fähigkeiten bleiben wichtig – auch an Tagen, an denen die Haut belastet.

Manchen Jugendlichen hilft außerdem der Austausch mit anderen Betroffenen. Zu merken, dass viele Menschen ähnliche Erfahrungen machen, kann Unsicherheit und Schamgefühle reduzieren.

Manchen Jugendlichen hilft außerdem der Austausch mit anderen Betroffenen. Zu merken, dass viele Menschen ähnliche Erfahrungen machen, kann Unsicherheit und Schamgefühle reduzieren.

Unterstützung durch Familie und Freunde

Verständnis und Rückhalt aus dem Umfeld können den Umgang mit Neurodermitis deutlich erleichtern. Gerade Jugendliche wünschen sich oft, ernst genommen zu werden, ohne ständig auf ihre Erkrankung reduziert zu werden. Unterstützung bedeutet deshalb nicht nur praktische Hilfe bei der Hautpflege, sondern auch emotionalen Rückhalt im Alltag.

Für viele Betroffene ist es entlastend, wenn Familie, Freundinnen, Freunde oder Partnerinnen und Partner verstehen, dass Neurodermitis weit mehr sein kann als „nur trockene Haut“. Juckreiz, Schlafmangel, sichtbare Hautveränderungen und wiederkehrende Schübe können körperlich und psychisch sehr anstrengend sein.

Mutter tröstet Jugendliche sitzend auf dem Bett und hält ihre Hand

Wichtig ist:

  • Beschwerden ernst zu nehmen: Juckreiz, Schmerzen oder Erschöpfung sollten nicht heruntergespielt werden. Aussagen wie „Kratz einfach nicht“ helfen Betroffenen meist nicht weiter und können zusätzlichen Druck erzeugen.
  • Nicht zu verurteilen: Viele Jugendliche schämen sich bereits für ihre Haut oder fühlen sich unsicher. Kritik an aufgekratzten Stellen, Pflegegewohnheiten oder dem Aussehen kann diese Gefühle verstärken.
  • Gemeinsam Lösungen zu finden: Hilfreich kann sein, gemeinsam nach Wegen zu suchen, die den Alltag erleichtern – zum Beispiel passende Hautpflegeprodukte, stressärmere Routinen oder Unterstützung bei Arztterminen.
  • Emotionale Unterstützung anzubieten: Oft hilft es schon, zuzuhören und Verständnis zu zeigen. Jugendliche müssen nicht immer sofort Lösungen hören, sondern möchten sich manchmal einfach verstanden fühlen.

Auch Freundschaften spielen eine wichtige Rolle. Wenn Freundinnen oder Freunde offen und verständnisvoll reagieren, kann das Unsicherheiten deutlich reduzieren. Viele Jugendliche erleben es als entlastend, wenn sie ihre Haut nicht ständig verstecken oder erklären müssen.

Gleichzeitig ist es wichtig, Jugendlichen genügend Eigenständigkeit zu lassen. Besonders in der Pubertät möchten viele selbst entscheiden, wie offen sie mit ihrer Erkrankung umgehen oder welche Unterstützung sie annehmen möchten. Unterstützung sollte deshalb möglichst respektvoll und ohne ständige Kontrolle erfolgen.

Auch Freundschaften spielen eine wichtige Rolle. Wenn Freundinnen oder Freunde offen und verständnisvoll reagieren, kann das Unsicherheiten deutlich reduzieren. Viele Jugendliche erleben es als entlastend, wenn sie ihre Haut nicht ständig verstecken oder erklären müssen.

Gleichzeitig ist es wichtig, Jugendlichen genügend Eigenständigkeit zu lassen. Besonders in der Pubertät möchten viele selbst entscheiden, wie offen sie mit ihrer Erkrankung umgehen oder welche Unterstützung sie annehmen möchten. Unterstützung sollte deshalb möglichst respektvoll und ohne ständige Kontrolle erfolgen.

Professionelle Hilfe

Bei starker psychischer Belastung kann professionelle Unterstützung sinnvoll sein.

Möglichkeiten sind:

  • Psychologische Beratung
  • Verhaltenstherapie
  • Selbsthilfegruppen
  • Austausch mit anderen Betroffenen

Umgang mit Neurodermitis im sozialen Umfeld

Gespräche mit Mitschülern oder Freunden

Viele Missverständnisse entstehen durch fehlendes Wissen. Ein offener Umgang kann helfen, Unsicherheiten abzubauen. Kurze Erklärungen reichen oft aus, zum Beispiel: 

  • Neurodermitis ist nicht ansteckend. 
  • Die Erkrankung hat nichts mit mangelnder Hygiene zu tun. 
  • Juckreiz und Hautentzündungen können sehr belastend sein.

Umgang mit Fragen oder Kommentaren

Unangenehme Fragen können verletzend sein. Deshalb ist es hilfreich, eigene Antworten vorzubereiten. Das kann Sicherheit geben und Stress reduzieren.

Social Media und Schönheitsideale

Soziale Medien zeigen häufig unrealistische Schönheitsbilder. Jugendliche mit sichtbaren Hauterkrankungen vergleichen sich dadurch oft stärker mit anderen. Wichtig ist:

  • Hautprobleme sind normal und weit verbreitet.
  • Filter und Bildbearbeitung verzerren die Realität.
  • Das eigene Wohlbefinden sollte wichtiger sein als Perfektion.

Praktische Alltagstipps

Schon kleine Veränderungen im Alltag können die Haut entlasten.

Hilfreiche Maßnahmen sind:

Pflegeprodukte immer dabeihaben: So kann die Haut auch unterwegs schnell gepflegt werden, wenn Trockenheit, Spannungsgefühl oder Juckreiz auftreten.

Trigger dokumentieren: Ein Tagebuch oder Notizen im Alltag können helfen, persönliche Auslöser wie Stress, bestimmte Produkte oder Wetterveränderungen besser zu erkennen.

Haut nicht unnötig reizen: Häufiges Kratzen, aggressive Pflegeprodukte oder starke Reibung können Entzündungen und Juckreiz zusätzlich verstärken.

Ausreichend trinken: Ausreichende Flüssigkeitszufuhr unterstützt den Körper und kann helfen, trockene Haut von innen zu unterstützen.

Stress frühzeitig erkennen: Da Stress Krankheitsschübe verstärken kann, ist es hilfreich, Warnzeichen wie Überforderung oder Anspannung möglichst früh wahrzunehmen und gegenzusteuern.

Regelmäßige Arzttermine wahrnehmen: Kontrollen helfen dabei, die Behandlung an den aktuellen Hautzustand anzupassen und Beschwerden frühzeitig zu behandeln.

Neurodermitis-Tasche: Für Reisen oder Klassenfahrten empfiehlt sich eine kleine Neurodermitis-Tasche mit:

  • Pflegecreme
  • Medikamenten
  • mildem Waschgel
  • Ersatzkleidung
  • eventuell Verbandmaterial

FAQ – Häufige Fragen zu Neurodermitis bei Jugendlichen

Nein. Neurodermitis ist nicht ansteckend und kann nicht durch Ansteckung auf andere Menschen übertragen werden.

Bei Neurodermitis ist die Hautbarriere gestört und die Haut entzündet sich leichter. Das führt häufig zu starkem Juckreiz. Kratzen verschlimmert die Entzündung oft zusätzlich – dadurch entsteht der sogenannte Juck-Kratz-Kreislauf.

Ja, Bewegung ist grundsätzlich sinnvoll. Wichtig ist jedoch, starkes Schwitzen möglichst auszugleichen – zum Beispiel durch atmungsaktive Kleidung, schnelles Duschen nach dem Sport, Wechselkleidung und passende Hautpflege.

Starker Juckreiz kann das Einschlafen erschweren und nachts zu häufigem Aufwachen führen. Dadurch fühlen sich viele Betroffene tagsüber müde oder erschöpft.

Die Pflege sollte individuell zum Hautzustand passen. Sehr trockene Haut benötigt meist reichhaltigere Pflege wie die SIRIDERMA Körpercreme oder die LIPID Intensivcreme, während im Gesicht oft leichtere Cremes wie die SIRIDERMA Feuchtigkeitscreme oder HYDRO Intensivcreme besser vertragen werden – besonders bei zusätzlichen Unreinheiten oder Akne.

Ja, auch ein später Krankheitsbeginn ist möglich. Obwohl Neurodermitis meist schon im Kindesalter beginnt, entwickeln manche Jugendliche die Erkrankung erst während der Pubertät oder im jungen Erwachsenenalter.

Ja. Hormonelle Veränderungen, Stress, Schlafmangel oder stärkeres Schwitzen können während der Pubertät neue Krankheitsschübe auslösen oder bestehende Beschwerden verstärken.

Ja. Sichtbare Hautveränderungen können gerade im Jugendalter emotional belastend sein. Manche Jugendliche fühlen sich unsicher, schämen sich für ihre Haut oder ziehen sich sozial zurück.

Grundsätzlich ja. Wichtig sind möglichst reizfreie, parfumfreie und hautverträgliche Produkte wie die SIRIDERMA Getönte Tagescreme. Neue Produkte sollten vorsichtig getestet werden, da empfindliche Haut auf Alkohol, Duftstoffe oder bestimmte Inhaltsstoffe reagieren kann.

Typisch sind vor allem:

  • Gesicht
  • Hals und Nacken
  • Hände
  • Armbeugen und Kniekehlen
  • Schultern und oberer Rücken

Medizinisch geprüft

Inhaltlich und fachlich geprüft von:
Dr. Felix Friedrich, Senior Medical Advisor
Dr. Felix Friedrich, Senior Medical Advisor

Dr. Felix Friedrich ist promovierter Chemiker und arbeitet seit 2016 in der wissenschaftlich-medizinischen Beratung. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit war schon immer die Dermatologie. Anfangs mit Fokus auf die Kindergesundheit – aktuell als Senior Medical Advisor in der pharmazeutischen Industrie. Dabei ist er Ansprechpartner für medizinisches und pharmazeutisches Fachpersonal zu allen Fragen in den von ihm verantworteten Indikationen – darunter auch die Dermatologie. Für die Qualitätssicherung der fachlichen und medizinischen Inhalte bringt er seine langjährige Beratungserfahrung ein.

Dr. Felix Friedrich, Senior Medical Advisor

Inhaltlich und fachlich geprüft von Dr. Felix Friedrich, Senior Medical Advisor

Dr. Felix Friedrich ist promovierter Chemiker und arbeitet seit 2016 in der wissenschaftlich-medizinischen Beratung. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit war schon immer die Dermatologie. Anfangs mit Fokus auf die Kindergesundheit – aktuell als Senior Medical Advisor in der pharmazeutischen Industrie. Dabei ist er Ansprechpartner für medizinisches und pharmazeutisches Fachpersonal zu allen Fragen in den von ihm verantworteten Indikationen – darunter auch die Dermatologie. Für die Qualitätssicherung der fachlichen und medizinischen Inhalte bringt er seine langjährige Beratungserfahrung ein.

Quellenangaben

[1] BARMER-Atlas – Neurodermitis-Fälle nehmen deutlich zu. Pressemitteilung vom 14.07.2023. Online verfügbar unter: https://www.barmer.de/presse/presseinformationen/pressearchiv/immer-mehr-neurodermitis-faelle-1245212 (zuletzt abgerufen am 12.05.2026)

[2] S3-Leitlinie „Atopische Dermatitis“ (AWMF-Registernr. 013-027) (2023) verfügbar unter: https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/013-027 (zuletzt abgerufen am 12.05.2026)

[3] Wan J, Mitra N, Hoffstad OJ, Yan AC, Margolis DJ. Longitudinal atopic dermatitis control and persistence vary with timing of disease onset in children: A cohort study. J Am Acad Dermatol. 2019 Dec;81(6):1292-1299. doi: 10.1016/j.jaad.2019.05.016. Epub 2019 May 11. PMID: 31085263; PMCID: PMC6892595.

[4] Fishbein A, Cheng B, Tilley C et al., Sleep Disturbance in School-Aged Children with Atopic Dermatitis: Prevalence and Severity in a Cross-Sectional Sample, The Journal of Allergy and Clinical Immunology: In Practice, 2021; 9, 3120-3129.e3

[5] Paller AS, Rangel SM, Chamlin SL, et al. Stigmatization and Mental Health Impact of Chronic Pediatric Skin Disorders. JAMA Dermatol. 2024;160(6):621–630. doi:10.1001/jamadermatol.2024.0594

[6] Xie Q-W, Dai X, Tang X, Chan CHY and Chan CLW (2019) Risk of Mental Disorders in Children and Adolescents With Atopic Dermatitis: A Systematic Review and Meta-Analysis. Front. Psychol. 10:1773. doi: 10.3389/fpsyg.2019.01773

[7] Deutscher Allergie- und Asthmabund e. V. (DAAB): Mehr als Hautsache: Warum wir über die psychischen Folgen von Neurodermitis sprechen müssen, 02.09.2025, online verfügbar unter: https://www.daab.de/2025/09/mehr-als-hautsache-warum-wir-ueber-die-psychischen-folgen-von-neurodermitis-sprechen-muessen (zuletzt abgerufen am 12.05.2026)

Wohlrab J, Staubach P, Augustin M, Eisert L, Hünerbein A, Nast A, Reimann H, Strömer K, Mahler V. S2k-Leitlinie zum Gebrauch von Präparationen zur lokalen Anwendung auf der Haut (Topika). J Dtsch Dermatol Ges. 2018 Mar;16(3):376-392. doi: 10.1111/ddg.13473_g. PMID: 29537157.