Neurodermitis an den Augen I Ursachen, Symptome & sanfte Pflege
Trockene, gerötete oder juckende Augenlider können den Alltag stark belasten. Gerade bei Neurodermitis reagiert die empfindliche Haut rund um die Augen oft besonders sensibel. Viele Betroffene leiden unter Spannungsgefühlen, Schwellungen oder schuppigen Hautstellen – häufig begleitet von starkem Juckreiz.
Neurodermitis an den Augen tritt bei Erwachsenen ebenso wie bei Kindern auf und kann sowohl die Augenlider als auch die Haut unter den Augen betreffen. Da die Haut in diesem Bereich besonders dünn ist, benötigt sie eine gezielte, reizfreie Pflege, die die Hautbarriere stärkt und Feuchtigkeit bewahrt.
In diesem Ratgeber erfahren Sie, wie sich Neurodermitis an den Augen äußert, welche Ursachen und Auslöser dahinterstecken, was gegen Beschwerden helfen kann und worauf Sie bei der Pflege der empfindlichen Augenpartie achten sollten.
Was ist Neurodermitis an den Augen?
Neurodermitis – auch atopische Dermatitis oder atopisches Ekzem genannt – ist eine chronisch-entzündliche Hauterkrankung. Typisch sind trockene Haut, Juckreiz und wiederkehrende Entzündungsschübe. Besonders häufig betroffen sind empfindliche Hautbereiche wie Gesicht und Augenlider.
Bei Neurodermitis ist die Hautbarriere gestört, das betrifft dann auch die Haut im Augenbereich. Dadurch verliert die Haut schneller Feuchtigkeit und reagiert empfindlicher auf äußere Reize wie Pollen, trockene Luft oder Kosmetikprodukte.
Die Beschwerden an den Augen können unterschiedlich ausgeprägt sein:
- Trockene Haut unter den Augen
- Gerötete oder schuppige Augenlider
- Entzündete Lidfalten
- Brennen oder Juckreiz rund um die Augen
Typische Symptome bei Neurodermitis an den Augen
Die Symptome von Neurodermitis an den Augen können von leichter Trockenheit bis zu stark entzündeten Ekzemen reichen. Häufig treten die Beschwerden schubweise auf.
Häufige Symptome
Zu den typischen Anzeichen gehören trockene, gespannte Haut, Rötungen, Juckreiz, Brennen, Schuppung, geschwollene Augenlider und rissige oder gereizte Hautstellen. Viele Betroffene berichten außerdem über ein unangenehmes Spannungsgefühl oder das Bedürfnis, sich ständig die Augen zu reiben.
Augenreiben verschlechtert die Beschwerden
So verständlich es bei starkem Juckreiz ist: Häufiges Reiben der Augen kann die empfindliche Haut zusätzlich reizen und Entzündungen verstärken. Gleichzeitig steigt das Risiko kleiner Hautverletzungen und Infektionen.
Ursachen und Auslöser von Neurodermitis an den Augen
Die Ursachen von Neurodermitis sind komplex. Meist wirken mehrere Faktoren zusammen.
Gestörte Hautbarriere
Bei Neurodermitis funktioniert die natürliche Schutzfunktion der Haut nur eingeschränkt. Die Haut verliert schneller Feuchtigkeit und kann äußere Reize schlechter abwehren.
Überempfindliches Immunsystem
Neben der Hautbarriere spielt auch das Immunsystem eine zentrale Rolle. Bei Neurodermitis reagiert es auf bestimmte, an sich harmlose Reize besonders empfindlich (Atopie). Gelangen Allergene, Reizstoffe oder Keime durch die geschwächte Hautbarriere in die Haut, kann das Immunsystem eine Entzündungsreaktion auslösen.
Das zeigt sich an den Augen häufig durch:
- Rötungen
- Juckreiz
- Brennen
- Schwellungen
- trockene oder schuppige Augenlider.
Entzündungsfördernde Botenstoffe des Immunsystems können außerdem den Juckreiz verstärken. Wer sich dann die Augen reibt oder kratzt, reizt die empfindliche Haut zusätzlich. Dadurch kann ein Kreislauf aus Juckreiz, Reibung und erneuter Entzündung entstehen.
Genetische Veranlagung
Neurodermitis tritt familiär gehäuft auf. Menschen mit Neurodermitis leiden zudem häufig zusätzlich unter anderen atopischen Erkrankungen wie Allergien oder Heuschnupfen.
Häufige Trigger im Alltag
Verschiedene Faktoren können Beschwerden an den Augen auslösen oder verschlimmern:
- Pollen und Hausstaub
- Trockene Heizungsluft
- Stress und Schlafmangel
- Duftstoffe und Konservierungsmittel
- Aggressive Reinigungsprodukte
- Kosmetikprodukte wie Gesichtscremes oder Augencremes
- Make-up wie Lidschatten, Mascara und Eyeliner oder Abschminkprodukte
- Häufiges Augenreiben
Neurodermitis am Augenlid: Warum diese Stelle besonders sensibel ist
Neurodermitis am Augenlid ist für viele Betroffene besonders unangenehm. Die Haut an Oberlid und Unterlid ist sehr dünn, beweglich und empfindlich. Sie besitzt weniger Eigenschutz als viele andere Hautbereiche und reagiert daher schnell auf Trockenheit, Reibung oder reizende Stoffe.
Während Neurodermitis an anderen Körperstellen oft durch Kleidung geschützt ist, ist die Augenpartie ständig äußeren Einflüssen ausgesetzt: Pollen, Staub, Wind, trockene Luft, Kosmetik, Reinigungsprodukte oder häufiges Berühren mit den Händen können die Haut zusätzlich belasten.
Warum Neurodermitis am Augenlid hartnäckig sein kann
Die Augenlider sind fast ständig in Bewegung. Beim Blinzeln, Lachen, Weinen oder Abschminken wird die Haut immer wieder gedehnt und beansprucht. Ist die Hautbarriere ohnehin geschwächt, kann sie Feuchtigkeit schlechter speichern und Reizstoffe schlechter abwehren.
Dadurch entsteht schnell ein Kreislauf: Die Haut trocknet aus, beginnt zu jucken, Betroffene reiben die Augen, die Haut wird weiter gereizt und die Entzündung kann sich verstärken. Gerade am Augenlid kann dieser Juck-Reib-Kreislauf dazu führen, dass Beschwerden länger bestehen bleiben oder immer wieder aufflammen.
Oberlid, Unterlid und Lidfalte
Neurodermitis kann verschiedene Bereiche der Augenlider betreffen: Am Oberlid zeigen sich häufig trockene, gespannte oder schuppige Stellen. Die Haut kann sich rau anfühlen und beim Öffnen oder Schließen der Augen unangenehm spannen.
Am Unterlid fällt Neurodermitis oft durch Trockenheit, Rötungen oder feine Linien auf. Da die Haut unter den Augen besonders sensibel ist, reagieren viele Betroffene dort empfindlich auf Pflegeprodukte oder Make-up.
In der Lidfalte können sich Reizungen verstärken, weil dort Haut auf Haut liegt und Pflegeprodukte, Schweiß oder Kosmetikreste leichter zurückbleiben können.
Wenn der Lidrand mitbetroffen ist
Manchmal treten Beschwerden nicht nur auf der Lidhaut, sondern auch am Lidrand auf. Dann können zusätzlich Brennen, Krusten, ein Fremdkörpergefühl oder tränende Augen hinzukommen. In solchen Fällen sollte ärztlich abgeklärt werden, ob neben der Neurodermitis auch eine Lidrandentzündung, eine allergische Reaktion oder eine andere Augenerkrankung beteiligt ist.
Das ist wichtig, weil die Augenpartie besonders empfindlich ist und nicht jede Rötung oder Schuppung am Lid automatisch Neurodermitis sein muss. Ähnliche Beschwerden können zum Beispiel auch durch:
- allergische Reaktionen,
- eine Lidrandentzündung (Blepharitis),
- trockene oder gereizte Augen,
- Kontaktallergien auf Kosmetik oder Pflegeprodukte,
- Infektionen,
- Heuschnupfen,
- oder andere Hauterkrankungen wie Schuppenflechte oder Rosazea entstehen.
Gerade bei anhaltenden, stark entzündeten oder wiederkehrenden Beschwerden ist deshalb eine ärztliche Abklärung sinnvoll.
Was hilft bei Neurodermitis an den Augen?
Die richtige Pflege spielt bei Neurodermitis an den Augen eine besonders wichtige Rolle. Ziel ist es, die empfindliche Haut zu beruhigen, Feuchtigkeit zu bewahren und die Hautbarriere zu stärken. Gleichzeitig sollten mögliche Trigger beobachtet und möglichst gemieden werden.
Die Hautbarriere stärken
Bei Neurodermitis verliert die Haut schneller Feuchtigkeit. Eine rückfettende und feuchtigkeitsspendende Neurodermitis Creme kann helfen, die Hautbarriere zu unterstützen.
Wichtig ist eine konsequente, tägliche Hautpflege – nicht nur während akuter Schübe. Da die Haut rund um die Augen besonders dünn ist, sollte eine gute Neurodermitis Augencreme möglichst mild und reizarm formuliert sein.
Achten Sie auf:
- parfumfreie Produkte
- reizfreie Formulierungen
- Pflege ohne aggressive Alkoholzusätze
- möglichst wenige Inhaltsstoffe
- Produkte, die speziell für empfindliche oder neurodermitische Haut entwickelt wurden
- Produkte die klinisch oder dermatologisch getestet wurden
Eine regelmäßige Basispflege mit einer beruhigenden und pflegenden Augencreme wie der SIRIDERMA Augencreme kann helfen, Trockenheit und Spannungsgefühle zu reduzieren und Schüben vorzubeugen.
Im akuten Schub richtet sich die Pflege nach dem jeweiligen Hautzustand:
- Sehr trockene, schuppige und rissige Haut braucht eine reichhaltige Pflege wie die SIRIDERMA LIPID Intensivcreme, welche die Hautbarriere unterstützt.
- Gerötete und stark gereizte Haut benötigt eine leichtere, primär Feuchtigkeit spendende und beruhigende Pflegecreme wie die SIRIDERMA HYDRO Intensivcreme.
- Die SIRIDERMA AKUT Intensivmaske wird in Kombination mit den Intensivcremes angewendet und lindert und beruhigt als erste Hilfe – optimalerweise über Nacht – bei allen akuten Hautzuständen.
SIRIDERMA Augenpflege bei Neurodermitis
Juckreiz reduzieren
Der starke Juckreiz belastet Betroffene oft am meisten. Besonders am Auge ist zudem das Infektionsrisiko durch Kratzen und Reiben hoch. Folgende Maßnahmen können helfen:
- Kühle Kompressen
- Kurze Fingernägel
- Kühlende Lotionen oder Gele wie das SIRIDERMA Anti-Juckreiz GEL
Augen sanft reinigen
Auch die Reinigung sollte möglichst mild erfolgen. Aggressive Abschminkprodukte oder stark schäumende Reiniger können die empfindliche Haut zusätzlich reizen. Achten Sie auf:
- Lauwarmes Wasser: Reinigt die empfindliche Augenpartie schonender als heißes Wasser und trocknet die Haut weniger aus.
- Sanfte Reinigungsprodukte: Milde, parfumfreie Produkte können helfen, die Hautbarriere nicht zusätzlich zu reizen.
- Weiche Handtücher: Sie vermeiden unnötige Reibung auf der empfindlichen Lidhaut.
- Vorsichtiges Abtupfen statt Rubbeln: So wird die gereizte Haut weniger belastet und kleine Hautverletzungen können vermieden werden.
Trigger möglichst vermeiden
Neben der richtigen Pflege spielt auch das Vermeiden individueller Auslöser eine wichtige Rolle. Gerade die empfindliche Haut rund um die Augen reagiert häufig schnell auf äußere Reize, weil sie ihnen ungeschützt ausgesetzt ist. Werden solche Trigger erkannt und möglichst reduziert, können sich Schübe oft besser kontrollieren lassen.
Zu den häufigen Auslösern von Neurodermitis an den Augen gehören unter anderem Pollen und Hausstaub, trockene Heizungsluft oder Kosmetik- und Abschminkprodukte. Nicht jeder Trigger betrifft jede Person gleichermaßen. Deshalb kann es hilfreich sein, die eigenen Beschwerden über einen längeren Zeitraum zu beobachten und in einem Symptom-Tagebuch festzuhalten. Manche Betroffene bemerken beispielsweise, dass sich die Haut an den Augen während der Pollensaison verschlechtert oder auf bestimmte Kosmetikprodukte empfindlich reagiert.
Welche Augencreme eignet sich bei Neurodermitis?
Nicht jede Gesichtscreme eignet sich automatisch auch für die empfindliche Augenpartie. Gerade bei Neurodermitis reagieren die Augenlider oft besonders sensibel auf zu reichhaltige, stark parfümierte oder reizende Produkte. Deshalb ist es wichtig, eine Pflege zu wählen, die speziell für empfindliche Haut entwickelt wurde und im sensiblen Augenbereich gut verträglich ist.
Worauf Betroffene achten sollten
Eine geeignete Neurodermitis Augencreme sollte möglichst:
- nicht in die Augen kriechen oder brennen
- sich angenehm auftragen lassen
- die empfindliche Lidhaut nicht zusätzlich reizen
- Feuchtigkeit spenden, ohne zu stark zu fetten
- möglichst reizarm formuliert sein.
Gerade Cremes, die stark verlaufen oder bei Körperwärme „wandern“, können in die Augen gelangen und dort Brennen, Tränen oder zusätzliche Reizungen verursachen. Viele Betroffene bevorzugen deshalb Augenpflege-Produkte mit einer eher ruhigen, gut haftenden Formulierung.
Weniger Reibung für die empfindliche Lidhaut
Auch die Konsistenz spielt eine Rolle: Zieht eine Creme sehr schlecht ein oder hinterlässt ein klebriges Gefühl, reiben sich viele Menschen unbewusst häufiger die Augen. Das kann die empfindliche Haut zusätzlich belasten.
Hilfreich ist daher oft eine Pflege, die:
- sich leicht verteilen lässt
- schnell angenehm einzieht
- keinen starken Film auf der Haut hinterlässt
- die Haut beruhigt, ohne zu beschweren.
Neurodermitis Augencreme von SIRIDERMA
Vorsicht bei Wirkstoffen und Anti-Aging-Produkten
Produkte mit intensiven Wirkstoffen – etwa Fruchtsäuren, Retinol oder stark parfümierte Anti-Aging-Pflege – können die ohnehin empfindliche Haut an den Augen zusätzlich reizen. Auch ätherische Öle oder stark kühlende Inhaltsstoffe wie Menthol werden bei Neurodermitis häufig schlecht vertragen. Gerade im Augenbereich gilt deshalb oft: Weniger ist mehr. Möglichst reizarm statt möglichst viele Wirkstoffe.
Checkliste: Augenpflege bei Neurodermitis
Das tut der empfindlichen Augenpartie gut
✓ parfumfreie Pflege verwenden
✓ Augen sanft reinigen
✓ Haut regelmäßig eincremen
✓ Trigger möglichst vermeiden
✓ kühle Kompressen bei Juckreiz nutzen
✓ ausreichend trinken
✓ Raumluft nicht zu trocken werden lassen
✓ Hände möglichst aus dem Gesicht halten
Das sollte möglichst vermieden werden
✗ starkes Augenreiben
✗ aggressive Peelings
✗ Duftstoffe und Alkohol in Pflegeprodukten
✗ häufiges Wechseln von Kosmetikprodukten
✗ stark reizendes Augen-Make-up
✗ heißes Wasser bei der Reinigung
Wann sollte man mit Neurodermitis an den Augen zum Arzt?
Leichte Beschwerden lassen sich häufig mit konsequenter Pflege und Triggervermeidung verbessern. In manchen Fällen sollte jedoch ärztlicher Rat eingeholt werden.
Das gilt insbesondere bei:
- stark entzündeten Hautstellen
- nässenden Ekzemen
- Sehproblemen
- Schmerzen
- starken Schwellungen
- Verdacht auf Infektionen
- anhaltenden oder wiederkehrenden Beschwerden
Wie wird Neurodermitis im Augenbereich behandelt?
Die Behandlung von Neurodermitis an den Augen richtet sich nach Stärke und Ursache der Beschwerden. Ziel ist es, Entzündungen zu lindern, die Hautbarriere zu stabilisieren und neue Schübe möglichst zu vermeiden.
Die Grundlage bildet meist eine konsequente, reizfreie Basispflege. Sie soll die empfindliche Haut mit Feuchtigkeit versorgen und vor weiterer Austrocknung schützen. Zusätzlich ist es wichtig, individuelle Trigger wie reizende Kosmetikprodukte, Allergene oder häufiges Augenreiben möglichst zu vermeiden.
Bei stärkeren Entzündungen können Ärztinnen oder Ärzte kurzfristig entzündungshemmende Medikamente verordnen – etwa kortisonhaltige Cremes oder sogenannte Calcineurin-Inhibitoren. Da die Haut rund um die Augen besonders empfindlich ist, sollten solche Präparate dort nur unter ärztlicher Anleitung angewendet werden.
Wenn zusätzlich Beschwerden wie starke Schwellungen, Brennen, Lidrandentzündungen oder Augenreizungen auftreten, kann auch eine augenärztliche Untersuchung sinnvoll sein. Gerade im sensiblen Augenbereich ist es wichtig, andere Ursachen oder zusätzliche Augenerkrankungen auszuschließen.
Wichtig bei Kortison im Augenbereich
Kortisonhaltige Cremes können Entzündungen und starken Juckreiz bei Neurodermitis oft wirksam lindern. Im sensiblen Augenbereich sollten sie jedoch nur nach ärztlicher Rücksprache und unter regelmäßiger Kontrolle angewendet werden.
Das liegt nicht nur daran, dass die Haut an den Augenlidern besonders dünn und empfindlich ist. Bei unsachgemäßer oder längerfristiger Anwendung im Augenbereich besteht außerdem das Risiko andere Augenkomplikationen. Zwar ist ein erhöhtes Risiko für Glaukom oder Katarakt durch topische Kortikosteroide am Augenlid nicht eindeutig belegt, es gibt jedoch Einzelfallberichte über einen erhöhten Augeninnendruck nach Anwendung im Augenbereich. Deshalb sollten solche Präparate dort nur gezielt, niedrig dosiert und zeitlich begrenzt eingesetzt werden. [4,5]
Bei wiederkehrenden Beschwerden können Ärztinnen oder Ärzte alternativ auch andere entzündungshemmende Wirkstoffe empfehlen, die speziell für empfindliche Hautbereiche geeignet sind.
Neurodermitis an den Augen bei Kindern: Besonderheiten im Alltag
Kinder können viele Reize noch nicht bewusst vermeiden. Deshalb ist Neurodermitis an den Augen bei Kindern eine besondere Herausforderung. Sie reiben sich bei Juckreiz unbewusst die Augen, fassen sich oft mit den Händen ins Gesicht und reagieren empfindlicher auf äußere Einflüsse wie trockene Luft, Schweiß oder Pollen.
Gerade das häufige Berühren der Augen spielt im Alltag eine wichtige Rolle. Über die Hände gelangen leicht Reizstoffe, Schmutz, Allergene oder Rückstände von Lebensmitteln und Bastelmaterialien an die empfindliche Haut rund um die Augen. Das kann die ohnehin gereizte Haut zusätzlich belasten.
Warum Händewaschen bei Kindern besonders wichtig ist
Viele Kinder fassen sich im Laufe des Tages immer wieder ins Gesicht – oft ganz unbewusst. Regelmäßiges Händewaschen kann deshalb helfen, die empfindliche Augenpartie zu entlasten und zusätzliche Reizungen zu reduzieren.
Besonders sinnvoll ist Händewaschen:
- nach dem Spielen draußen
- nach Kontakt mit Tieren
- während der Pollensaison
- vor dem Eincremen
- vor dem Schlafengehen
Dabei sollten möglichst milde, hautfreundliche Waschprodukte wie die SIRIDERMA Baby- und Kinderwaschlotion oder die SIRIDERMA Seife verwendet werden, damit die Haut an den Händen nicht zusätzlich austrocknet.
Auch Schule und Kindergarten können die Augenpartie belasten
Trockene Heizungsluft, Staub, häufige Infekte oder viel Kontakt mit anderen Kindern können die empfindliche Haut zusätzlich beanspruchen. Manche Kinder reagieren außerdem empfindlich auf:
- Fingerfarben oder Bastelmaterialien
- chlorhaltiges Wasser
- Schweiß beim Toben
- Sonnencreme im Augenbereich
Eltern berichten häufig, dass sich die Haut an den Augen in bestimmten Jahreszeiten oder Alltagssituationen deutlich verschlechtert.
Alltagstipps: So lässt sich die empfindliche Augenpartie entlasten
Nicht jeder Auslöser lässt sich komplett vermeiden – und das muss meist auch nicht sein. Oft helfen schon kleine Veränderungen im Alltag, damit sich die empfindliche Haut an den Augen weniger schnell reizt und besser beruhigen kann.
Sprechen Sie dazu auch Aufsichtspersonen im Kindergarten oder in der Schule an, klären Sie auf und suchen Sie Unterstützung.
Weniger Produkte, weniger Reize
Gerade bei Kindern ist im Augenbereich oft eine möglichst einfache Pflegeroutine sinnvoll. Zu viele Cremes, häufig wechselnde Produkte oder stark parfümierte Pflege können die empfindliche Haut zusätzlich reizen. Oft gilt deshalb: Lieber wenige, gut verträgliche Produkte als ständig neue Cremes ausprobieren. Bei SIRIDERMA können Sie die Produkte der BABY Linie im Kennenlern-Set testen.
FAQ – Häufige Fragen zu Neurodermitis an den Augen
Wie sieht Neurodermitis am Auge aus?
Typisch sind trockene, gerötete und schuppige Hautstellen rund um die Augen oder auf den Augenlidern. Häufig treten zusätzlich Juckreiz, Schwellungen oder entzündete Augenlider auf.
Was hilft gegen Neurodermitis am Augenlid?
Eine reizfreie, parfumfreie Pflege sowie das Vermeiden von Triggern können helfen, die empfindliche Haut zu beruhigen und die Hautbarriere zu stärken.
Welche Pflege hilft, hängt oft vom Hautzustand ab: Bei trockener, spannender Haut eignen sich feuchtigkeitsspendende und hautbarrierestärkende Pflegeprodukte wie die SIRIDERMA Augencreme oder die LIPID Intensivcreme. Ist die Haut eher gerötet und gereizt, wird eine möglichst reizfreie, beruhigende Pflege wie die SIRIDERMA HYDRO Intensivcreme meist besser vertragen. Bei nässenden, stark entzündeten oder geschwollenen Hautstellen sollte die Ursache ärztlich abgeklärt werden. Wenn Pflege allein nicht ausreicht, können Ärztinnen oder Ärzte kurzfristig entzündungshemmende Medikamente verordnen. Gerade im sensiblen Augenbereich sollten diese nur unter ärztlicher Anleitung angewendet werden.
Darf man bei Neurodermitis Augen-Make-up verwenden?
Grundsätzlich ja – allerdings sollten möglichst reizfreie und parfumfreie Produkte verwendet werden. Wichtig ist außerdem ein sanftes Abschminken zum Beispiel mit der milden SIRIDERMA Reinigungsmilch.
Kann Stress Neurodermitis an den Augen verschlimmern?
Ja. Stress zählt bei vielen Betroffenen zu den häufigen Auslösern von Neurodermitis-Schüben.
Welche Creme eignet sich bei Neurodermitis an den Augen?
Geeignet sind milde Cremes für empfindliche Haut ohne Duftstoffe oder reizende Zusätze wie die SIRIDERMA Augencreme für die Basispflege oder die HYDRO Intensivcreme für akute Rötungen. Wichtig ist eine gute Verträglichkeit im sensiblen Augenbereich und eine angenehme, nicht „kriechende“ Konsistenz.
Quellenangaben
Fußnoten
[1] Asbell P, Akpek EK, Merola JF, Thyssen JP, Marcus A, Lubwama R, Ardeleanu M, Sierka D. Atopic dermatitis and ocular surface disorders: a United States claims-based cross-sectional study. BMC Ophthalmol. 2026 Apr 2;26(1):257. doi: 10.1186/s12886-026-04766-0. PMID: 41928155; PMCID: PMC13169883.
[2] Ravn NH, Ahmadzay ZF, Christensen TA, Larsen HHP, Loft N, Rævdal P, Heegaard S, Kolko M, Egeberg A, Silverberg JI, Halling AS, Thyssen JP. Bidirectional association between atopic dermatitis, conjunctivitis, and other ocular surface diseases: A systematic review and meta-analysis. J Am Acad Dermatol. 2021 Aug;85(2):453-461. doi: 10.1016/j.jaad.2020.11.037. Epub 2020 Nov 27. PMID: 33253849.
[3] Weyne J, Blauvelt A, de Bruin-Weller M, Prens E, Asbell P, Sierka D, Chen Z, Shumel B. Patient-Reported Ocular Disorders and Symptoms in Adults with Moderate-to-Severe Atopic Dermatitis: Screening and Baseline Survey Data from a Clinical Trial. Dermatol Ther (Heidelb). 2020 Dec;10(6):1415-1421. doi: 10.1007/s13555-020-00456-x. Epub 2020 Oct 12. PMID: 33047298; PMCID: PMC7649193.
[4] S3-Leitlinie „Atopische Dermatitis“ (AWMF-Registernr. 013-027) (2023) verfügbar unter: https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/013-027
[5] American Academy of Ophthalmology / EyeWiki. Steroid-Induced Glaucoma.Online verfügbar unter: https://eyewiki.org/Steroid-Induced_Glaucoma (zuletzt aufgerufen am 21.05.2026)
Weitere Quellen & weiterführende Literatur
Borzova, E., Snarskaya, E. & Bratkovskaya, A. Eyelid dermatitis in patch-tested adult patients: a systematic review with a meta-analysis. Sci Rep 14, 18791 (2024). https://doi.org/10.1038/s41598-024-69612-z
Wohlrab J, Staubach P, Augustin M, Eisert L, Hünerbein A, Nast A, Reimann H, Strömer K, Mahler V. S2k-Leitlinie zum Gebrauch von Präparationen zur lokalen Anwendung auf der Haut (Topika). J Dtsch Dermatol Ges. 2018 Mar;16(3):376-392. doi: 10.1111/ddg.13473_g. PMID: 29537157.
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